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und einen entsprungenen Tollhäusler, meidet man freylich, wähk- rend etwa die ungezogene und unverständige Straſsenjugend ihm nach- läuft; aber einen mit der Gelbsucht behafteten?—
Sonach schiene es erlaubt, wofern anders die bisher geäuſserten Bedenklichkeiten nicht ohne allen Grund sind, einen Vorschlag zu thun, wobey man sich einstweilen provisorisch beruhigen könnte. Nichts ist gewöhnlicher, als die Verwechselung des haud mit aut und umgekehrt*); wie wäre es, wenn Horaz geschrieben hätte:
Ut, mala quem scabies, haud morbus regius, urget, Aut fanaticus error et iracunda Diana— 2
So wären in der Vergleichung zweyerley Krankheiten, eine körper- liche, mit Ansteckung drohende, und eine Gemüthskrankheit, deren tolle Aeuſserung dem Nahenden auf andere Weise gefährlich ist, neben einander gestellt; erstere wäre durch den scherzhaften, zugleich eine Art von Wortspiel enthaltenden Zusatz noch hervorgehoben.— Ich über- lasse diesen Gedanken, oder diesen Einfall(denn nur dafür gebe ich ihn), der Prüfung Anderer, die ihm wenigstens die Gerechtigkeit wer- den wiederfahren lassen, daſs er mit einer höchst unbedeutenden, um nicht zu sagen mit gar keiner eigentlichen Veränderung des bisheri- gen Textes bestehe.
*) So habe ich in einem Programm von 1808. im Horaz I. Ep. 10, 47. vorgeschla- gen zu lesen: Imperat', haud servit, collecta pecunia cuique. Noch jetzt nehme ich diese Conjectur nicht zurſick. Eine ähnliche Stelle stelit bey Seneca, Ep. 66. „sola ratio immutabilis et judicii tenax est; non enim servit, sed imperat sensibus.“— Bey dieser Gelegenheit frage ich, ob nicht bey Horat. III. Carm. 3, 41. wahrscheinlich zu lesen seyn dürfte: Dum Paridis Priamique busto Insultat armentum, aut catulos ferae Celent inultae? Von aut statt et findet cich die Spur in einer Helmst. Handschrift, welche ut lieset. Nemlich dafs zu gleicher Zeit
dort Heerden weiden und das Wild hause, lälst sich nicht wohl denken.


