Aufsatz 
Ueber zwey Stellen im Aeschylus und Horaz / Von D. Friedrich Christian Matthiae, ...
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Einseitigkeit zu schützen vermögen, jener aristotelische und platonische Satz unverkennbar zum Grunde liegt. Wer bey dem Studium der ge- wählten Berufswissenschaft noch so unverdrossen sein eigentliches Ziel zu erreichen strebt, knüpft dort in der Regel doch auch mit solohen Umgang uud Freundschaft, deren künftiger Beruf eine andere Art von Thätigkeit erfordert; und so entsteht denn und äußsert sich auf erfreu- liche Weise jene wohlthätige wissenschaftliche Wechselwirkung, deren wir Aelteren uns mehr oder weniger aus der früheren Zeit so gern er- innern, deren Wesen späterhin, sey es aus bloſser Befangenheit, oder aus anderen weniger unschuldigen und verzeihlichen Gründen, so sehr verkannt worden ist*), deren Erspriesliches wir aber unseren jüngeren Freunden recht herzlich wünschen. Von ächt wissenschaft- lichen, oder wenn man lieber will, ächt deutschen Instituten Wo, statt beschränkter Einseitigkeit, Vielseitigkeit gründlicher Erkenntniſs gepflegt und lieb gewonnen wird, wo eben darum der Geist der Ord- nung und des Fleiſses, bey jugendlichem Frohsinn, über Roheit und Gemeinheit gesiegt hat, gilt das, was Horaz**) in anderer Beziehung sagt: alterius hic Altera poscit opem res et conjurat amice.

Mit solcher edleren Ansicht des zum Dienste der Gesammtheit im Staate unmittelbar vorbereitenden Universitätsstudiums ist auch von unserem Gymnasium schon mancher, der nachher unsere Hoffnungen nicht getäuscht hat, entlassen worden, und so geben wir auch jetzt mehrere unserer bisherigen Zöglinge, denen wir Sinn für höhere und umfassendere Bildung zutrauen dürfen, an verschiedene Universitäten zu verschiedenem Berufe mit dem herzlichen Wunsche ab, daſs sie die Erwartungen, welche wir von ihren Fahigkeiten und ihrem guten Wil-

*) 8. Villers Coup d'ceil sur les universités etc. Cassel 1808. 8. p. 85. ff. *) Epist. ad Pison. 410.