Aufsatz 
Einige das Gießer akademische Pädagog besonders dessen Bibliothek und deren Gründer Jac. Theod. Franz Rambach betreffende Nachrichten und Bemerkungen : Einladungsschrift zu den am 9., 10. und 11. April 1829 im akadem. Pädagoge anzustellenden üblichen Prüfungen und Redeübungen / von Joh. Val. Klein
Entstehung
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Lehrer⸗Stimmen, und zwar in mannigfaltiger Abwechſelung, ältere und jͤngere, vor

das Publicum traten*). 1 Auch noch eine hier nothwendig zu beruͤhrende Seite der Vergleichung Ra m⸗ bachs mit Wenck findet ſich: die Liebe beider fuͤr die vaterlaͤndiſche Geſchichts. Freylich bewaͤhrte ſſe Rambach nicht im Wenckiſchen Umfange, aber gewiß haͤrte er, ſo iſt aus ſeinen Sammlungen und Vorarbeiten zu ſchließen, bei minder Le⸗ druͤckter Lage, laͤngerem Verweilen in vaterlaͤndiſchen Dienſten, uͤberhaupt guͤnſtigerer Stellung noch mehr geleiſtet. Es hatte, um nur Eines zu erwaͤhnen, der ausgezeichnete Conrad Dietrich, der Erſte hieſige Paͤdagoglarch, deſſen Zweyhundert⸗ jaͤhriges Gedaͤchtnißfeſt vor einigen Jahren was gewiß ſelten der Fall iſt, die Stadt Ulm, wohin er von Gießen aus gieng, glanzend und dankbar feyerte, ſeinen 1613 edirten institutt. orat, eine lat. Beſchreibung der Stadt und Univ. Gießen vorgeſetzt. Ram bach bearbeitete dieſe deutſch mit erklaͤrenden und berich⸗ tigenden Anmerkungen, welche eine Fortſetzung von anderthalb hundert Jahren

liefern, und ließ ſie in die Gießer Wocheublaͤtter von 1771 einrüͤcken. Schade, wenn

ſie keinen weiteren Bearbeiter und Fortſetzer faͤnden! Kaum duͤrfte etwas fuͤr das allge⸗

meinere ortlich⸗ geſchichtliche Intereſſe Wichtiges darin uͤberſehen ſeyn. Schade, wenn

Des Wenckh'ſchen Zuſatzes:in beyderley Hinſicht(nach Schuͤler, und Lehrer⸗

a8.

dieſe Wochenbläͤtter ſelbſt allmaͤhlig ganz ſelten wuͤrden**)

Auch darin ſtimmt Wenck mit Rambach, als ſeinem Vorgaͤnger, überein: Wenck ſagt in ſeinem erwaͤhnten Bibl. Programme:Die Hauptabſicht der Paͤdag. Bibl. geht auf gute Leſebucher fuͤr die Schuͤler und auf die beſten Ausgaben der klaſſiſchen Autoren und anderer Subſidien füͤr die Lehrer. Beide Maͤnner alſo ſetzen den Zweck fuͤr die Schuͤler voran, und Wenck legte auf dieſen Zweck ſo viel Werth, daß er ſogar ſterbend dem hieſigen Paͤdagoge dafuͤr 200 Gulden vermachte, deren Zinſen nun ſchon ſeit 26 Jahren verwandt werden konnten*u*).

Beduͤrfniß) hat ſie(die Darmſtaͤdtiſche) ſchon einen ziemlichen Vorrath, konnte

ſich freylich die hieſige ſobald noch nicht ruͤhmen; ſie zaͤhlte vielmehr bis 1815, alſo

) Daß eine ſolche Einrichtung die Lehranſtalten gleichſam friſcher erhalt, wird wohl allgemein jett aͤanerkannt. Zu verwundern hat man ſich dabey nur üher den umſtand, daß das akademiſche Pä⸗ dagog in ſolcher Hinſicht ſo lange geſchwiegen, während der ſtatutariſche Gebrauch bei ailen Fakultäten der Akademie ſelbſt noch blühete. So hatte gerade im Jahr 1772 der Pädagogiarch, als Decanus der Fakultät, das Oſterprogramm gellefert: De via ad vitam Hedemtori patefacta, Psalm XVI, II. Act. II. 8. Auch im Jahre, zuvor: Suffragium pro gloria Christi. So ſchrieben unter andern a. 72 auch, bei verſchiedenen Veranlaſſungen, Hazert, Bahrdt, Koch, Nebel. Freylich! wer mag wohl gerne oft Programme ſchreiben? wohl gar in demſelben Semester bei verſchiedenen Aemtern deren Zwey, ja Drey auf Einmal?

Uaſere Bibl. bewahrt ein Exemplar von 1771 und 72, und darin namentlich auch die damaligen

Lect. Cataloge der Univerſität, wie des Pädagoge.

Im Schaumann'ſchen Programme von 1805 fader ſich nehmlich aufgezeichnet, daß die Zinſen des Wenck'ſchen Legates von 200 fl. für die hieſige Pädagogbibliothek bloß zu

Leſebüchern für die Schüler anzuwenden und beſonders zu verrechnen ſind.