Aufsatz 
Einige das Gießer akademische Pädagog besonders dessen Bibliothek und deren Gründer Jac. Theod. Franz Rambach betreffende Nachrichten und Bemerkungen : Einladungsschrift zu den am 9., 10. und 11. April 1829 im akadem. Pädagoge anzustellenden üblichen Prüfungen und Redeübungen / von Joh. Val. Klein
Entstehung
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Labzweckenden Buͤcher noch nicht genug Einfluß gezeigt. Er beruͤhrt ſodann vieles Oertliche uͤber den damaligen Geiſt der hieſigen haͤuslichen Erziehung, der ihm ein faſt unuͤberwindliches Hinderniß ſcheint. Wie Vieles oder wie Weniges iſt in⸗ zwiſchen neu auch bis in's Heſſenland gedrungen!

Vergleicht man die obenerwaͤhnten Bibliotheks⸗ Gruͤndungs⸗Jahre 1735 und 1772 mit denjenigen, welche Wenck in ſeinem Programme:Von der Hoſbibl. in Darmſtadt 1780, in Bezug auf letztere nahmhaft macht, ſo zeigt ſich, wenn Kleines mit Großem verglichen werden darf, daß damals ſelbſt dieſes Große noch ein ſehr Kleines, aber grade um die genannten Jahre in außergewoͤhnlichem Zuwachſe begriffen war. Lieſt man nehmlich, daß 1733 die erſt ohngefähr 60 Jahre vorher ganz im Kleinen angefangene Hofbibliothek auf Einmal, durch leber⸗ nahme der ſehr gewaͤhlten Bibliothek eines im Receß befindlichen Hanauiſchen Dieners, fuͤr die damals ſo betraͤchtliche Summe von 10,000 fl. vermehrt wurde und daß dieſer Buͤcherſchatz in der Zeit nach Darmſtadt gefahren und aufgeſtellt wurde; ſo kann es dem Vergleichenden kaum entgehen, wie moͤglicherweiſe das bei Hof erwecktere Bibliotheks⸗ Intereſſe auf Rambachs, des Vaters, kurz nachher ausgeſprochene Bibliotheks⸗ Wuͤnſche guͤnſtigen Einfluß hatte. Und lieſt man, daß kurz vor der Zeit, wo Ram⸗ bach, der Sohn, wegen der BibliotheksErſtlinge um die ruͤckſtändigen Wein⸗ und Bretzel⸗Praͤmien bei Hof einkommt, auf einmal der zweyte auſſergewoͤhnliche Zuwachs der Hofbibliothek in Darmſtadt ſtatt fand,(die Hombergk'ſche Buͤcherſammlung war fuͤr 6000 fl. erkauft worden,) ſo mag auch hier vielleicht die gemachte Betrach⸗ tung einige Anwendung finden. Wie dem auch ſey! um ſo gläͤnzender fuͤr das Pädagog in Darmſtadt tritt die Wenck'ſche Bemerkung heraus:Bei der Stiftung edes Fuͤrſtl. Paͤdagogs(1629) und der Anlage des praͤchtigen dazu beſtimmten Ge⸗ baͤudes kam auch ein beſonderes Bibliotbeks⸗Zimmer in den Plan; es blieb auch nicht bei dem Namen, ſondern man ſchenkte gleich anfangs die Kirchen⸗ Bibliothek*) dazu und verfuͤgte noch weiter, daß kuͤnftig jeder Kirchenkaſten der Ober⸗ und Niedergrafſchaft Katzenelnbogen jaͤhrl. Zwei Gulden Librareigeld zahleu ſollte. 8 So war es demnach nun ſchon vor Zweihundert Jahren am juͤngeren Paͤdagoge in Darmſtadt beſchafften. Es beſaß die einzige oͤffentliche Librarei der Graſſchaft, waͤhrend das aͤltere, 22 Jahre fruͤher bier gegruͤndete, erſt mehr denn 100 Jahre nach⸗ her eine kleine eingezogene Lehrer⸗Perſonal⸗ Zulage zu oͤffentlichem Zuͤcherzwecke durch den aͤlteren Rambach ſich zu erwirken weiß, einem Zwecke, der erſt durch den juͤngeren Rambach mit eigner Aufopferung lange nach⸗ ber, vor etwa 57 Jahren ins Leben trat.

Freilich wurde in den Gruͤndungsjahren des Darmſtaͤdter Paͤdagogs das hieſige

*) Bei der Darmſtaͤdtiſchen Stadtkirche. Sie war, zuſolge Wenck, die alteſte, und bis zur Grün⸗ dung der Hofbibl. einzise einigermaßen öͤffentliche Bücherſammlung in der Refidenz, und doch erſt im 16. Jahrhunderk, meiſt durch Luthers Schriften und einige Kirchendaͤter begonnen worden. Oem Verneymen nach ſind ſolche, ſeitdem die zur Staats⸗Anſtalt erhobene Hofbibliothek in neueren Jahren ſo beträchtlich erweitert und in ihrem Lorale trefflich umgewandelt wurde, aus der Padazegbibliotyek zu dießer übergetragen worden..