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zerwaͤhnte Schulmann ſchon zwei Decennien thaͤtig war, und daß der greiſe Schulmann erſt abtrat faſt gleichzeitig mit dem greiſen Umwandler aller europaͤiſchen Beziehungen;
daß ein Gottſched bis Goöthe fuͤr Deutſchland wiſſenſchaftlich den Zeitraum bezeich⸗
nen, in welchem gutes und ſchlechtes Franzoſenthum alle Fugen der dentſchen Verhaͤlt⸗ niſſe durchdrang; wer die durch Reden und Handeln wider und fuͤr Jeſuitismus und
mancherſei neu aufwuchernden Ordensgeiſt ausgezeichneten Siebenziger Jahre des vorigen Jahrhunderts bedenkt und alle die Endpunkte der Menſchennatur uͤberblickt, an welche, als ſeyen ſie alleinige Mittelpunkte, Erziehungsplane privatim und oͤffentlich angeknuͤpft wurden; wer die Spuren von dieſen Beſtrebungen und Einwirkungen in der Geſchichte des damaligen Schul⸗ und Erziehungsweſens kennt; weiß, wie der eif⸗ rige Zeitgeiſt manchem Irrlichte nachhaſchte, bis endlich Philanthropie und Realismus ſich ein breites, zu breites, Feld erobert hatten; und wer dabei, grade in dieſen Ja hren an einer nicht unbedeutenden, vielfachem Einfluſſe unterworfenen Erziehungs⸗
anſtalt den ſchon ein halbes Jahrhundert an der Spitze derſelben in redlicher
Gewohnheit mit dem Alt⸗Statutariſchen und Herkoͤmmlichen feſtſtehenden Greis ins Ange ſaßt, den die Vorſehung erſt ein Decennium ſpaͤter von der eingeuͤb⸗ ten Werkſtaͤtte abruft: der kann es nicht unangemeſſen finden, wenn hier hiſtoriſch ein zu Anfang der Siebenziger Jahre ſehr gaͤhrender Zuſtand des Paͤ⸗ dagogs erwaͤhnt und aus Acten und ſonſtigen Zeugniſſen das hierhergehoͤrige Re⸗ ſultat deſſelben kurz ſo angegeben wird: Herrm. Benner, der greiſe Vorſteher, lehnte ſich in dieſen, durch Sach⸗ und Perſonal⸗Streitigkeiten am Paͤdagoge und an
der Univerſitaͤt ausgezeichneten Jahren, in Paͤdagog⸗Sachen auf Rambachs juͤngere,
doch reife Kraft, auf ſeine des Zeitgeiſtes kundigere Anſichten, auf ſeinen edlen Wil⸗ len, ſeine aufopfernde Thaͤtigkeit; ja die Anſtalt, in ihrer Wurzel angegriffen und gefaͤhrdet, war damals einige Jahre lang hauptſaͤchlich durch letzteren getragen und ge⸗ hoben..
Nur unberufene Leſer,— ſolche, die weder des Schulweſens kundig, noch zu
billigem Urtheile geneigt ſind— koͤnnen oder wollen in dem Angegebenen mehr ſuchen
oder finden, als geſchichtliche Treue und Wahrhaftigkeit. Non sumus con- tentionis studiosi! 1
Das lebendige, tiefe Gefühl, daß danernder Unfriede zerſtoͤrt, entzog, wie das Folgende zeigen wird, der Anſtalt ihren treueſten Arbeiter, und lange dauerten nach ihm noch mancherlei Schwankungen. Fuͤr die fruͤheren Zeitraͤume, ſowie fuͤr ſeinen, hat Rambach mancherlei Materialien ſorgfaͤltig geſammelt und vielfach bearbeitet.
So finden ſich denn auch vier im Ganzen gleiche, doch in mancher Hinſicht nicht immer unweſentlich verſchiedene ſchriftliche Nachrichten, die Gruͤndung der Paͤdagog⸗ Bibliothek betreffend. Drei davon ſind von Rambachs Hand, aus den Jahren 1772 bis 75, die vierte, nach Rambachs Abgang vom Paͤdagoge durch eine andere


