zeichnis— unter Sperrdruck des Rufnamens— beibehalten worder. In einigen Fällen hat sich der Rufname überhaupt nicht feststellen lassen.
Für die ersten Jahre nach 1834 ist wiederholt das Geburtsjahr einzelner aus allgemeinen Angaben(z. B.„18 ½ Jahr alt“) erschlossen worden und kann also auf Genauigkeit keinen Anspruch machen.
„Alles ist im Fluß“— das Wort des griechischen Philosophen läßt sich auch für das Vorliegende anwenden. Sind schon zahlreiche Veränderungen und Sterbefälle während der Zusammenstellung bekannt geworden, so mag manches auch nicht zur Kenntnis gekommen sein und mag auch hier und da der Tod eine Angabe überholt haben. Dergleichen ist bei allen solchen Veröffentlichungen möglich.
Es hat sich eine Zahl von 1186 Abiturienten für die Zeit von 1834— 1910 ergeben, darunter 97, die zur Zeit der Prüfung dem Gymnasium nicht angehörten. In Zuschriften sind noch als Abiturienten genannt worden für 1870: Richard Fenner, 1873: H. Roth, 1879: Philipp v. Baum- bach, und das Alt-Herren-Verzeichnis einer Marburger Verbindung bezeichnet ausdrücklich Gustav Stöber, geb. 5. 3. 1835 zu Kassel, gest. 18. 5. 1907 als Amtsgerichtsrat a. D. in Obernkirchen, als Marburger Abiturienten vom Herbst 1854. Keiner der vier findet sich in den Berichten oder den Prüfungsakten; auch sonst ließ sich über sie nichts feststellen. Man muß doch wohl annehmen, daß hier Irrtümer vorliegen; jedenfalls sind die Genannten in die Liste nicht mit aufgenommen worden.
Unter der Zahl von 1186 Abiturienten ist(zu 8.) gar nichts bekannt geworden nur von 43 — 18 Schülern der Anstalt und 25 Auswärtigen— sodaß immerbin für mehr als 96 v. H. eine Angabe gebracht werden konnte.— Der älteste lebende Abiturient des Marburger Gym- nasiums, ist, soviel bekannt geworden,(1840 H.) Herr Moritz v. Dörnberg, Kurfürstlich Hessischer Kammerberr und Oberschenk, Erbküchenmeister in Hessen, Exz., zu Kassel, der in diesem Jahre seinen 90. Geburtstag begehen kann.—
Nachträge und Berichtigungen, die der nächste Jahresbericht bringen könnte, sind erwünscht und werden dankbar von der Bibliothek entgegengenommen.
Und nun noch zum Schluß ein Wort an frühere, die diesjährigen und künftigen Abiturienten. Sie mögen überzeugt sein, daß das Gym- nasium, dem sie ihre Bildung verdanken, mit ihrer Entlassung aus seinem Verbande nicht die Teilnahme an ihrem Schicksal aufgiebt. Die Anstalt wird stets mit Wohlwollen den weiteren Lebensweg ihrer Schüler verfolgen. Nun besteht die Absicht die vorliegende Liste fortzusetzen. Das kann aber nur unter pietätvoller Mithilfe der Abiturienten selbst geschehen. Darum bitten wir sie alle dringend, unser Vorhaben von vornherein dadurch zu unterstützen, daß sie, sobald sie einen wichtigeren Lebensabschnitt erreicht, eine Prüfung bestanden, eine Stellung erlangt haben, der Bibliothek ihres Gymnasium Philippinum davon Mitteilung machen. Dann wird es möglich sein, zu gelegener Zeit, etwa 1933, mit weit geringerer Mühe und weniger Zeitaufwand der vorliegenden Liste eine zweite folgen zu lassen, die auf ein ganzes Jahrhundert zurückblicken kann.
Als Direktor Dr. August Friedrich Christian Vilmar und seine fünf Mitarbeiter am 15. Mai 1833 ihr neues Amt antraten, fanden sie vier Klassen des alten Pädagogiums vor, und zwar: Prima(13), Sekunda(27), Tertia(24), Quarta(17). Die Prüfung, die von den Lehrern des neuen Gymnasiums alsbald mit den Schülern vorgenommen wurde, lieferte ein ungünstiges Ergebnis. Man sah sich daher genötigt, die Prima vorerst aufzuheben, die bis- herige Prima für Sekunda und die bisherige Sekunda für die erste Ordnung der Tertia zu erklären und in allen Klassen zunächst alle Kraft auf die Nachholung der ersten Anfangs- gründe der Lehrgegenstände zu verwenden. Wenn nun auch im Herbst 1833 eine Prima wieder gebildet wurde, so konnte doch der erste Abiturient nicht vor Sommer 1834 entlassen werden.


