Aufsatz 
Ueber den Begriff des Horizontes, insbesondere des geographischen oder natürlichen, und dessen geschichtliche Entwickelung / Dr. Ritter
Entstehung
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näher gelegenen Gegenstände dagegen sind scharf beleuchtet«.— Die beiden letzten Sätze wollen wohl sagen: man mag reisen wohin man will, seinen Standpunkt im Lande beliebig ändern: immer liegt der Gesichtskreis, d. h. die uns umgebende Erdscheibe in einiger Entfernung von dem Beobachter in Nebel gehüllt und die entfernteren Gegenstände verschwimmen.

Joh. Heinr. Kurtz Geschichte des Alten Bundes I. 1848. S. 46. Anm.:»Der Bericht über die Fluth trägt den Charakter eines sorgfältig geführten Tagebuches. Um so mehr fühlt man sich zu der Annahme gedrungen, dass die Angade des Wasserstandes auf Messung beruhe und zwar auf der allereinfachsten am Schiffe selbst, das auf einer Spitze des Ararat festsass. Daraus ergibt sich dann, dass mit dem Ausdrucke:»alle hohen Berge unter dem ganzen Himmel⸗ alle Berge des Horizonts, also das Hochland Armeniens, gemeint sind«.

Aus: Dr. A. Wislizenus Denkschrift über eine Reise nach Nordmexika etc. übers. von Ross. 1850:»Obgleich der Horizont sehr ausgebreitet ist: so findet man doch keinen Strauch noch Baum, auf dem das Auge verweilen könnte«.

Es gibt sogar geognostische Horizonte, nämlich gewisse Schichten oder stratificirte Ge- steinsarten, welche auf grossen Flächen oder durch ein ganzes Gebirge verbreitet sind und woran sich der Geognost orientiren kann. S. z. B.: Ueber geognostische Horizonte in den bayerischen Voralpen von Konservator Dr. Schafhäut!(v. Leonh. und Bronn N. Jahrb. f. Min. 1853. 4. S. 399 ff.). S. 400:»An manchen Stellen ist ein Schichtungsglied oder ein System von solchen Gliedern ganz verschwunden oder stundenweit vor oder zurückgeschoben. Ich habe vorzüglich bei einem unsrer geognoslischen Horizonle, den Welzsteinschichlen unseres Gebirgs- zugs, sehr oft darauf hingewiesen«.

S. 402.»Unter diesen Schichten treten mehrere so charakteristisch hervor(und ich habe ihre Fortsetzung durch unsern ganzen Gebirgszug nachgewiesen), dass sie vorzüglich als geognostisehe Horizonte betrachtet werden können«.— S. 407. ist von einem Marmorzuge die Rede.»Damit sich jeder Geognost von der Lagerung dieses„eognoslischen Horizontes in unserm Gebirge selbst überzeugen kann, will ich zwei Punkte genau beschreiben, wo an dem einen die Ueberlagerung, an dem andern die Auflagerung der Wetzsteinschichten genau beobachtet werden kann«. Vgl. auch S. 411. 418. 419. 430.

E. v. Sydow in den Mittheilungen aus Perthes geogr. Anstalt. 1856. 4. S. 150:»Während die nördliche Hälfte Bessarabiens mit Ausnahme der steppenartigen Plateaumitte von Bjelzy noch mannigfachen hügeligen Character trägt——: breitet sich südlich von Kischenew der eweile Horizont der südrussischen Steppenplalte einförmig aus«.

Dr. Ed. Vogel ebendas. 1856. 5. S. 168:»Man kann wirklich von dem Tsadsee sagep, dass man ihn vor lauter Wasser nicht sieht. Der Sumpf an den Ufern ist so breit, dass man nur mit dem Fernrohr am äussersten Horizont einen freien Wasserspiegel wahrnehmen kann«.