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Choralgesang nach dem kleinen evangelischen Gesangbuche für Prima und Secunda 1 St.; für Tertia und Quarta 1 St.
III. Abtheilung. Elemente des Gesanges; Lieder aus dem»Sängerhain- 1. Heft, sowie andere leichte Gesänge; Choralgesang nach dem kleinen evangelischen Gesangbuche. 1 St. (Gesanglehrer Peter).
Leibesübungen im Sommer. Drei Abtheilungen, für jede 2 St. wöchentlich(Gesang- lehrer Peter); ausserdem Unterricht und Uebung im Schwimmen.
—=edo=eese———
II. Chronik des Gymnasiums.
Das Schuljahr wurde Dienstag den 17. April mit einer gemeinsamen Andacht der Lehrer und Schüler sowie mit feierlicher Aufnahme der neuen Schüler begonnen.
Zum Ersatz für den zum Pfarrer in Friedewald bestellten Dr. Hupfeld wurde durch Beschluss Kurfürstlichen Ministeriums des Inneren vom 16. Mai v. J. der bisher am Gymnasium zu Kassel beauftragte Dr. Buchenau dem hiesigen Gymnasium zugewiesen, wo er seine Thätig- keit am 21. Mai begann. Eine solche Aushülfe war um so willkommner, als Dr. Fuldner durch lange anhaltende Krankheit verhindert war, die ihm übertragenen Lectionen zu geben.
Am 5. Juni fand zur elfhundertjährigen Gedächtnisfeier des Angelsachsen Bonifacius, des Begründers der christlichen Kirche und Schule in Deutschland, im grossen Hörsaale des Gymnasiums ein öffentlicher Rede-Act Statt. Der Primaner 47lf Heldmann von Niederasphe sprach über: die Einwirkung des Christenthums auf das germanische Rittertbum; der Primaner Ferdinand Juslti von Marburg sprach über: Deutsches Volksleben nach der Verbreitung des Christenthums. Die Schlussrede des Directors handelte von der Bedeutung des Bonifacius für die Bewohner hiesiger Gegend, wo Bonifacius auf Amöneburg das erste Gotteshaus gegründet hat. Nachmittags wurde von Lehrern und Schülern ein gemeinsamer Spaziergang nach dem Elisabethbrunnen im Angesicht der Amöneburg gemacht.
Nach dem Schluss des Sommerhalbjahrs wurde durch Kurfürstliches Ministerium des Innern ein Allerhöchstes Rescript vom 13. September v. J. mitgetheilt, durch welches der Gymnasiallehrer


