Aufsatz 
Die platonische Sprachphilosophie / dargest. von Julius Deuschle
Entstehung
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VII ich es mein Streben sein lassen, bei möglichst vollständig zusammengelesenem Material in den Einzelnheiten den Zusammenhang mit dem Ganzen nicht zu verlieren und zugleich, wo es sich ungezwungen machte, in freierer Weise der Untersuchung eine spekulative Richtung zu geben.

Es war mein Streben, sage ich, denn ich fühle nur zu wohl, dass eine solche Arbeit, wie sie mir zu liefern vorschwebte, die Aufgabe eines halben, in unaufhörlichem Umgang mit dem platonischen Geiste verbrachten Lebens sein könnte. Es ist eine unmit- telbare Folge dieses Strebens, dass man hier vielerlei finden wird, was der Titel nicht verräth; aber der Gang der Untersuchung führte mich auf den Zusammenhang meines be- sonderen Gegenstandes mit anderen Gebieten, die ich gerade von dem Gesichtspunkte aus, dessen ich benöthigt war, noch nicht betrachtet fand und so zog ich es um der Klarheit und Vollständigkeit willen vor, auch manches mir Fernerliegende einzuſſechten, was hoffentlich vom Interesse der Wissenschaft überhaupt nicht abstehen wird. Der Titel hätte sich in diesem Sinne erweitern lassen; allein ich wollte vor allen Dingen den einheitlichen Ausgangspunkt meiner Forschungen gewahrt wissen und dann möchte ich lieber mehr gegeben als versprochen haben. Die Rechtfertigung dieser Uebertretungen der eigenthüm- lichen Grenzen meiner Arbeit im Einzeln wird, dünkt mich, je am betreffenden Orte darin erkannt vorden können, dass sonst ein Mangel für ein folgerichtiges Denken eingetreten wäre. Dagegen habe ich auch manche Parthieen, die man in ähnlichen Schriften behandelt ſindet, theilweise ganz übergangen oder nur kurz angedeutet. Mag darum auch manches nur fragmentarisch dastehn, so hoff ich doch, man wird es gern entschuldigen, Allbe- kanntem nicht noch einmal begegnen zu müssen. Wenn ich übrigens manche Ansichten Anderer anzuzichen unterlassen oder mit Polemik zu verfolgen verschont habe, so geschah

es ich darf sagen, wohl in den meisten Fällen nicht aus Unbekanntschaft mit ihnen,