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des Jahres 1855 hatte nämlich der Unterzeichnete im Einverständnis mit dem Lehrer- Collegium an Kurf. Ministerium des Inneren die Bitte gerichtet, dass eine Commission bestellt werden möge, um die Räume des Gymnasiums in Bezug auf Gesundheit zu prüfen und geeignete Vorschläge zur Abhülfe zu machen. Kurf. Ministerium des Inneren ge- nehmigte auch diese Bitte durch Beschluss vom 8. Januar 1856 und bestellte eine Commission, die aus dem Geh. Medicinal-Rath Prof. Dr. Heusinger, dem Universitäts- Architekten Professor Dr. Lange und aus dem Unterzeichneten zusammengesetzt war. Die Commission erklärte darauf in einem unter dem 22. Mai 1856 erstatteten Bericht, dass die dermaligen Räumlichkeiten des Gymnasiums aus Gesundheits- und anderen Gründen ungeeignet seien, und dass es den Zwecken des Gymnasiums am meisten entsprechen würde, wenn in der Stadt oder unmittelbar vor derselben ein neues Gymnasial- Gebäude aufgeführt würde. Aber die Verhandlungen über die Frage, ob nicht ein Umbau und eine Erweiterung der dem Gymnasium bisher zugewiesenen Räume stattfinden könne, und als diese Frage durch eine ablehnende Entschliessung des akademischen Senats verneint worden war, die weiteren Verhandlungen darüber, wo man das neue Gebäude aufführen solle, nahmen fast volle 9 Jahre in Anspruch. Um so mehr haben wir jetzt Ursache uns zu freuen, da durch allerhöchste Entschliessung Seiner Königlichen Hoheit des Kurfürsten vom 7. Januar d. J. die von den vorher genannten Architekten ausgearbeiteten und vor- gelegten Baurisse zu einem neuen Gymnasial-Gebäude genehmigt worden sind, und somit die sichere Aussicht vorhanden ist, dass der Bau demnächst seinen Anfang nehmen werde.
Donnerstags den 22. December Vormittags nach 11 Uhr wurden die Lectionen ge- schlossen; die Weihnachtsferien dauerten bis zum 3. Januar, an welchem die Lectionen um 8 Uhr Vormittags wieder begonnen wurden. Mit dem neuen Jahr trat auch der nunmehr zum Gymnasiums-Diener bestellte bisherige Gehülfe Klinzing sein Amt an.
Als Vertreter des hiesigen Gymnasiums wohnte der unterzeichnete Director der 200jährigen Jubelfeier des Gynmasiums zu Hanau am 21. Februar bei und überreichte eine im Namen des hiesigen Lehrer-Collegiums verfasste Gratulationsschrift, sowie einen am hiesigen Gymnasium gesammelten Beitrag zu einem am Hanauer Gymnasium zu gründenden Stipendium. G
Vom 23. Februar bis zum 8. Merz fanden am hiesigen Gymnasium die practischen Prüfungen der Candidaten des Gymnasial-Lehramts statt. Zu diesem Zwecke hatten sich die Directoren Dr. Riess von Rinteln, Dr. Göbel von Fulda, sowie der Gymnasiallehrer Dr. Gies von Fulda eingefunden. Die Candidaten, welche sich der Prüfung unterzogen, Naren Dr. Ernst Gerland, Karl Uth, Gottfried Römheldt und Bernhard Schmidt.
Donnerstags den 2. Merz Abends gegen 6 Uhr starb hier in der Wohnung seiner Mutter, einer Wittwe, der Primaner Wilhelm Handwerk(geboren zu Sebbeterode den 23. October 1842), nachdem er fast vier Monate an einer Brustkrankheit zu Bett gelegen hatte. Sonnabends den 4. Merz Nachmittags 3 Uhr folgten die Lehrer und Schüler des Gymnasiums der Leiche dieses braven Jünglings zu ihrer letzten Ruhestätte.


