Aufsatz 
Sapiens atque eloquens pietas : (Antrittsrede des Direktors) / [Friedrich Aly]
Entstehung
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3. Ubersicht über die während des abgelaufenen Schuljahres behandelten Lehraufgaben,

Prima f. Ordinarius: der Direktor.

Religionslehre. 2 St. a) Evangelische: Erklärung des Römerbriefes. Neuere Kirchengeschichte. Glaubens- und Sittenlehre im Anschluss an die Erklärung der Augustana, nebst kurzer Einleitung über die alten Symbole. Vogt. b) Katholische: Allgemeine und besondere Sittenlehre mit Rücksicht auf die das sittliche Leben und die gesellschaftliche Ordnung gefährdenden Grundsätze und Bestrebungen der Gegenwart. Kirchengeschichtliche Mitteilungen aus der neueren Zeit; zusammenfassende Wiederholung der vorhergehenden Perioden. Nach Dreher, Lehrbuch der katholischen Religion. Weber.

Deutsch. 3 St. Lebensbilder Lessings, Goethes, Schillers; UÜberblick über die Litte- ratur bis zur Gegenwart. Lessings Emilia Galotti, Nathan der Weise, Hamburgische Drama- turgie in Auswahl; Schillers Don Carlos, Shakespeares Richard III. und Julius Caesar; Goethes Faust und Dichtung und Wahrheit, Abschnitte litterargeschichtlichen Inhalts. Freie Vorträge über Leben und Werke neuerer Dichter; Dispositionsübungen, Auswendiglernen von Dichter- stellen. Wilhelmi.

Themata der deutschen Aufsätze:

1. Welches sind die wesentlichen Gesetze eines poetischen Gemäldes? 2. Wie ist die Doppelhandlung in SchillersDon Carlos innerlich zur Einheit verknüpft? 3.(Klassenaufsatz) Geistesverwandtschaft Appianis und Odoardos in LessingsEmilia Galotti. 4. Inwiefern erreicht die lehrhafte Entwicklung in LessingsNathan im dritten Akte ihren Höhepunkt? 5. Inwiefern offenbart sich in Shakespeares Richard III. die Idee der göttlichen Gerechtigkeit? 6. Inwiefern bewährt sich der Ausspruch Goethes, dass seine Dichtungen Bruchstücke einer grossen Generalbeichte seien, an seinemGötz von Berlichingen? 7.(Klassenaufsatz) Welchen Anteil an der Handlung hat Brutus in ShakespearesJulius Caesar?

Aufgabe für die Reifeprüfung Ostern 1901: Welchen Segen für Preussen hatte das Unglück von Jena bis Tilsit?

Latein. 7 St. Lektüre S. Tacitus Annalen IVYVI. Horaz Episteln I, 1. 2. 6. 7. 16. Privatim Cicero pro Milone. W.: Ciceros ausgewählte Briefe(nach Aly). Horaz Epod. 2. 16, carm. saec., Od. IV, Sat. I, 6. 9. II, 1. 6. Wiederholung der gesamten Syntax, einiges aus der Stilistik und Synonymik. Alle 14 Tage eine Arbeit, daneben Übersetzungen. S. Loeber, W. Direktor.

Griechisch. 6 St. S. Thucydides, IV, 1 41. Ilias XVIXXII mit Auswahl. Privatim Xenophons Memorabilien I, 2. W. Plato Gorgias, Sophokles Antigone, Ilias XXIII und XXIV. Wiederholungen aus der Grammatik. Alle 3 Wochen eine Ubersetzung. Direktor.

Französisch. 2 St. S. Molière, L'Avare, W. Montesquieu, Considérations sur les causes de la grandeur des Romains et de leur décadence. Zusammenfassende grammatische Wieder- holungen nebst mündlichen Übersetzungen ins Französische; Sprechübungen; alle 14 Tage ein Diktat und eine Ubersetzung aus dem bFranzösischen, gelegentlich auch Extemporalien und freie Inhallsangabe. S. H. Schäfer, W. Stange.

Hebräüisch. 2 St. Wiederholung und Ergänzung der Forienlehre nach Gesenius-Kautzsch. Einige Regeln der Syntax. Lektüre: Aus Kautzsch und aus der Genesis. Vogt.