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Zugleich trat nach Emnrichtung der 3. Klasse mit Genehmigung des Oberschulrats ein neuer Allgemeiner Lehrplan für das Gymnasium zu Hersfeld“ in Kraft, der bis auf einige Abweichungen bis zum Jahre 1832 in Geltung blieb.
Das Griechische sollte gelehrt werden nach Buttmanns Schulgrammatik, die Lektüre erfolgte nach den in dem Elementarbuch von Jacobs enthaltenen Ausaligen aus Herodot, Plutarch, Nenophon, Plato, Homer, sowie aus den Wrischen und drama- tischen Dichtemm. Auch soll das Evang. Lmene, die Apostelgeschichte und womöglieh einige paulinische Briefe gelesen werden.
Im Lateinischen sollten die Schüler dahin geführt werden, dal sie schwerere Schriftsteller aus dem besten Zeitalter dieser Sprache verstehen und imstande sind, sich mündlich und schriftlich darin auszudrücken. Vorzilglich sollten Ciceros Sehriften, dann Citsar, Orid, Lirius, Tacitus, Virgll und Horaz gelesen und der Stil durch fortgesetzte Ubungen im Obersetzen aus dem Deutschen, ins lateinische, auf der obersten Stufe auch qureh freie Ausarbeitungen und lateinische Ubersetzungen aus dem Griechischen, gebildet werden. Von Büchern waren im Gebrauch Brädlers Erohe Schulgrammatib, auch Wenk- Grotefends Grammatik, ferner die Übungsbücher von Jacobs, Döring, Schuppius, sowie Schnellers Praecepta und Schuppius, Anleitung zur feineren Latinitt.
Im Deutschen, das nach Neumauns kuragefaßter teutscher Sprachlehre und nach Neumanns Anweisung zum richtigen und guten Ausdtuck in der teutschen Sprache, auf der oberen Stufe nach Suells Lehrbuch der teutschen Sehreibart betrieben wurde, wurde Gesicht gelegt auf schriftliehe Ausarheitungen mit Husieht auf die verschiedenen Sehreibarten übor. haupt und insbesondere auf die mannigfaltien Arten des Stils. Daau kamen Deklamations. Ubungen, Lektüre einiger der besten deutschen Schriftsteller, besonders Schillers, sowie Be- kanntschaft mit der deutschen Litteratur.
Im Pranzösischen(leidinger, Grammaire ftancaise, verbessert von Sanguin, Gedike, Französisches Lesebuch) soll die Pähigkeit erreieht werden, schwerere Aufgaben ins Franzisische au Ubersetzen. Von der untersten Klasse an sollen schriftliehe Ubungen im Gbersetaen stattfnden, auch Diktate geschrieben und Sprechübungen angestellt werden. Als Lektüre diente die Chrestomathie von Gedike, in der oberen Klasse Voltaire, Henriade oder Charles Xll.
Hebräiseh soll von der mittleren Klasse an getrieben und die Schüler sollen darin soweit gebracht werden, dal sie ein Geschichtsbuch des A. T. und mehrere Psalmen übersetzen können.(Grammatik und Leesebuch von Gesenius)
Der mathematische nterricht soll nach stufenweiser Vorbereitung in den beiden vorhergehenden Klassen in der oberen erweitert und so erteitt Werden, dab das systematisehe Denken dadurch befürdert wird.(Kiesewetter, Anfangsgründe der reinen Mathematik.)
Außerdem sollen gelehrt werden Naturkunde in der unteren Klasse nach Nicolai, Anweisung in gemeinnützigen Kenntnissen der Naturkunde, systematisehe Natur- geschiehte mach Stein, Physik nach dem Lehrbueh von Vioth, ferner Geographie nach Gaspari oder Stein mit besonderer Berücksichtigung des Vaterlandes, sowie mathe- matische Geographie nach Walch oder Prändel mit Zuhülfenahme des Globus; die


