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Gesichtspunkten eine Reihenfolge der Worte aufgestellt wird, so ergiebt sich von selbst eine Reihenfolge der Dinge.
Nach diesen Gesichtspunkten hat er seinen orbis pictus aufgestellt. Man erkennt, dass es sich nur um ein loses Aneinanderreihen der Dinge, um keine gesetzmässige Verbindung handelt. So lange Comenius den Gedanken vom Parallelismus der Worte und Sachen als förderndes Hilfsmittel, als Stütze des Gedächtnisses bei der Erlernung der Sprachen benutyt, muss man bis zu einer gewissen Grenze ihm beistimmen— aber nur für den sprachlichen Unterricht. Eine Erweiterung der Sachkenntnisse nach einem derartigen Principe bedeutet nichts anderes als eine Belastung des Gedächtnisses mit Stoff. Eine Vermehrung der Kennt- nisse nach der Ordnung des orbis pictus steht nicht höher als die Überlieferung nach Aristoteles und Plinius. Das früher gefeierte Princip der Inducktion ist von Comenius preis- gegeben werden. Der Gedanke von der Allgemeinheit der Principien, von der apodiktischen Gewissheit des Wissens, die er seiner Pansophie zu Grunde legen will, musste weichen zu Gunsten eines Gedankens, welcher die Fülle des menschlichen Wissens beleuchtet, aber kein Mittel für die systematische Gliederung desselben angiebt. Da nun das Schulsystem des Comenius sich nach dem Gesichtspunkte der Pansophie gestaltet, so wird leicht ersichtlich, welche Nachteile derartige Anschauungen für seine Methodik in sich schliessen. Wenn Comenius fordert, dass überall die Hauptsachen hervorgehoben, vom Leichteren zum Schweren übergegangen werde, so kann die Ordnung der Natur, wie sie ihren Ausdruck im Geset- vom Parallelismus der Dinge und Werte erhalten soll, zur Begründung der genannten metho- dischen Forderungen sicherlich nichts beitragen. Die Bildung der ersten Jugendjahre mag sich an die Benennung und Beschreibung der Dinge anlehnen, wenn es gilt, die geistige Thätigkeit überhaupt zu gewinnen und zu wecken. Beide Gesichtspunkte müssen im reiferen Alter einem induktorischen Verfahren Platz machen, um das gesteigerte Gefühl des Könnens im Schüler hervorrufen und beleben zu können. Dankbar soll es aber anerkannt werden, dass Comenius in dem Satze, dass der Stoff der Form vorangehen müsse, die Anschauung als ein Princip der Methodik erfasst hat; die volle Einsicht in die Verwertung dieses grundlegenden Gedankens blieb ihm verschlossen. Das komenische Erziehungsideal, welches im Vertrauen auf die eigene Einsicht und in dem Gefühl der Selbstverantwortlichkeit seinen wesentlichen Inhalt empfängt und die Methodik, welche die Wege, die zu diesem Ziele führen, andeutet, widersprechen sich vielfach.
Im Vorhergehenden wurde betont, dass das allgemeine Princip der komenischen Methodik sich in dem Gedanken aussprechen lasse, dass der Stoff der Form vorangehen müsse, dass aber anderseits der Stoff nach Formregelung verlange. Welchen Weg hat nun die unterrichtliche Arbeit einzuschlagen, um dieser Forderung entsprechen zu können? Welche geistige Thätigkeiten können diesem Ziele gerecht werden? Wenn die Methode des Comenius etwas Neues bieten soll, so muss sie sich von dem früheren unterrichtlichen Verfahren durch eine andere Richtung der geistigen Thätigkeit auszeichnen. Wir erkannten, dass die Induktion sich als Consequenz der methodischen Grundgedanken des Comenius ergab. Welche Folgerungen ergeben sich aus diesen Grundlagen für die didaktische Technik? Nach welchem „Gesichtspunkte muss jeder einzelne Gegenstand unterrichtlich dargeboten und befestigt werden?


