Aufsatz 
50 Jahrfeier der Oberrealschule zu Grünberg i. H. : 22.-24. Mai 1926 ; Gedenkblätter / von W. Angelberger
Entstehung
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berühmtesten Schützer des Protestantismus, auch in unserer Stadt an der Ringkirche ein Denkmal. An ihn erinnern auch die Oranienstraße, in der unsere Anstalt liegt, die Oranierschule und Oranierkirche im benachbarten Biebrich, die Wilhelmslinde und der Wilhelmsturm in Dillenburg und so manches andere Denkmal in seiner Heimat.

Am 24. Abpril 1333 hat der große Schweiger in Dillenburg das Licht der Welt er- blickt. Schon als Knabe erbte er 1544 von seinem Vetter Renatus das Fürstentum Orange mit den dazu gehörigen reichen Besitzungen in den Niederlanden, die ihn zu einem Bürger dieses Staats und gebornen Vasallen Spaniens machten«. So kam er früh an den Kaiserlichen Hof, wo hinfort seine Erziehung der Königin Maria von Ungarn, einer Schwester Karls V., die als Statthalterin der Niederlande in Brüssel residierte, anvertraut wurde. Der eigentliche Leiter seiner Jugend aber war ein Bruder Prauvellas, des Bischofs von Arras. So geschah es, daß Wilhelm, der Sohn eines entschieden evangelischen Vaters, im katholischen Glauben erzogen wurde. Der Kaiser, der in dem Knaben schon den künftigen großen Mann erkannte, überhäufte ihn mit Gnaden und Beweisen des Vertrauens, ja er scheute sich nicht, einmal öffentlich zu gestehen, daß dieser junge Mensch ihm öfters Ratschläge gebe, die seiner eigenen Klugheit entgangen sein würden. Nach Karls Rücktritt(1555) sah sich Wilhelm von Oranien, noch in jugendlichem Alter, durch König Philipp zur Würde eines Statthalters von Holland, Seeland und Utrecht erhoben. In dieser Stellung gewann er sich durch den Glanz seiner Hofhaltung und sein leut- seliges Wesen in eben dem Maße die Zuneigung des Volkes wie die Abneigung Philipps II. Religiöse Interessen waren ihm noch fremd, wie er denn auch späterhin mehr die Menschen- rechte der Protestanten gegen die spanische Pyrannei verteidigte, als ihre Meinungen; nicht ihr Glaube, ihre Leiden haben ihn«, nach Schiller,»zu ihrem Bruder gemacht«.

Einen neuen Inhalt gewann das Leben des Oraniers erst allmählich, seitdem er die Aufgabe erkannt hatte, die er lösen sollte. Die erste Ahnung dieser Aufgabe dämmerte ihm, wie er wenigstens selbst berichtet, 1559 in Paris, als der König Heinrich II. von Frankreich, der ihn für einen der vertrautesten Mitwisser der Gedanken und Pläne seines Königs hielt, kein Bedenken trug, sich über einen von ihm mit dem Herzog von Alba entworfenen Plan auszusprechen. Der große Schweiger erfuhr hier mit Schrecken, daß es sich um nichts Geringeres, als um»die Ausrottung aller hinsichtlich der Religion Verdächtigen in Frankreich, den Niederlanden und der ganzen Christenheit« handelte. Die Ausführung des grausigen Planes wurde zwar vorläufig noch durch den Splitter vereitelt, der bei einem Purniere zu Paris von der Lanze Montgomerys in das Auge Heinrichs II. fuhr und dessen Leben ein Ende machte; aber dennoch war dieser Plan von weltgeschicht- licher Bedeutung, indem er unserem Wilhelmus von Nassauen die Augen darüber öffnete, wohin er in dem gewaltigen Ringen zwischen Spanien und den Niederlanden gehörte.

Als Wilhelm nach Brüssel zurückkehrte, war König Philipp bereits entschlossen, die Niederlande zu verlassen. Nach seinem Weggang und der Einsetzung der Regentin Margarethe von Parma im Jahre 1559 wurde Wilhelm von Oranien immer mehr der Mittelpunkt des nationalen Widerstandes, obwohl er sich auch nicht zu dem geringsten unbesonnenen Schritte hipreißen ließ. So hielt er sich auch im Gegensatz zu seinem Bruder Ludwig von Nassau von dem Geusenbund fern, während er dessen Zwecke nicht nur billigte, sondern auch selbst im Staatsrat aufs heftigste gegen die Veröffentlichung der Beschlüsse des Tridentiner Konzils protestierte, gegen die jener in erster Linie ge- richtet war. Die Calvinisten, welche an der Spitze dieses Bundes standen, waren ihm

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