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Den Schluß machte der frühere verdienstvolle Direktor(1885—1888) der Anstalt, der von Ostern 1888 dem Frankfurter Kaiser Friedrich-Gymnasium vorstand und 1907 in den Ruhestand trat, Herr Geh. Reg.-Rat Professor Dr. Hartwig. Er sagte, er komme nur als Vertreter seines eigenen Iehs, aber mit der Legitimation, daß er drei Jahre Leiter der Anstalt gewesen sei. Der Anstalt, die, aus kleinen Anfängen hervorgegangen, in gröbere Verhältnisse gewachsen sei, die sich mit dem deutschen Vaterland aus den Zeiten der Zerrissenheit zu größerem äußeren Glanze und innerem Reichtum erhoben habe, die schwere und gute Tage erlebt, aber immer das Banner des Humanismus hochgehalten habe, der wünsche er, daß sie das immer tuen möge zum Segen der Schule und zum Wohle des Vaterlandes. Er rufe ihr zu:„d„ναάκS§ ruν oder„Mit Gott voran auf altgewohnter Bahn“.
Darauf dankte der Direktor allen, die an dem heutigen Ehrentage der Anstalt persönlich oder aus der Ferne in Druck oder in Schrift oder telegraphisch ihre Glückwünsche dargebracht hätten. Insbesondere dankte er Sr. Exzellenz dem Herrn Oberpräsidenten für die Wünsche der Kgl. Staatsregierung und für die ehrenden Auszeichnungen, die den beiden dienstältesten Lehrern überreicht worden seien und mit denen das ganze Lehrerkollegium geehrt sei. Er dankte für die schönen und sinnigen Gaben, für die herrliche Tafel, die Herr Pfarrer Neßler überbracht habe, für das kostbare Geschenk, das Herr Oberbürgermeister Dr. Gebeschus namens der Stadt in Aussicht gestellt habe. Er hoffe, daß der Flügel ein Sinnbild dafür sei, daß die schöne Harmonie, die so lange Jahrhunderte zwischen der Stadt und dem Gymnasium bestanden habe, auch fernerhin stets dauern werde.
Mit dem Chorgesang„Frohlocket, ihr Völker“ von Kradolfer ging dieser Teil der Feier zu Ende.
Darauf begaben sich die Festteilnehmer in geordnetem Zuge unter Vorantritt der Ulanen- kapelle an dem ehrwürdigen Gebäude der Hohen Landesschule, dem auf diese Weise ein Festgruß dargebracht wurde, vorüber— seine Räume hätten zur Aufnahme der Teilnehmer nicht gereicht— durch die festlich geschmückten Straßen der Stadt hindurch zu dem Denkmal des Stifters der Anstalt, des Grafen Philipp Ludwig II. von Hanau, das, von Wiese'’s Meisterhand geschaffen, sich auf dem: Platze vor der Französischen Kirche erhebt. Eine große Schar von Bewohnern unserer Stadt hatte sich dort eingefunden.
. Nachdem dort die Musik den Choral:„Ich bete an die Macht der Liebe“ gespielt hatte, folgte folgende
Ansprache des Professors Dr. Wackermann:
Hochansehnliche und hochgeehrte Festversanmnlung! Meine lieben jungen Freunde!
Genau ein Jahrzehnt ist vergangen, da war an einem Sommertage auf diesem Platze eine überaus große Zahl von Bürgern und Söhnen unserer Stadt versammelt, zum Teil aus weiter Ferne herbeigeeilt, um den Manen des erlauchten Hanauer Fürsten dankend zu huldigen, der in hoch- herziger Gesinnung und mit weitblickendem Entschlusse 300 Jahre zuvor die Neustadt Hanau ins Leben gerufen hatte, dem auch dies Gotteshaus seine Entstehung verdankt. Damals wurde dem Grafen Philipp Ludwig II. von Hanau das Denkmal geweiht, um das wir uns hier geschart haben. Von neuem drängt es uns heute, dem Andenken desselben Beherrschers der einstigen Grafschaft Hanau schuldigen Dank zu widmen; auch wir sind von nah und fern erschienen, einen Huldigungs- akt zu vollziehen, eine Huldigung für den Fürsten, der, nicht zufrieden damit seine Residenzstadt um mehr als das Doppelte vergrößert und ihr eine neue kirchliche Gemeinde hinzugefügt zu haben, ihr auch den Vorzug sichern wollte— vor vielen deutschen Städten von gleicher Größe— eine


