Aufsatz 
Rückschau auf die fünfundzwanzigjährige Geschichte des Casseler Realgymnasiums / vom Direktor Wilhelm Wittich
Entstehung
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53. Karbiner, Wilh. Jul. Carl, geb. den 19. Febr. 1846 zu Zoppot bei Danzig, besuchte von 1857— 1863 die Schule des Königl. Waisenhauses zu Königsberg i. Pr. und von 1863— 1866 das Lehrer- seminar daselbst. Als Elementarlehrer seit O. 1866 in Labagienen bei Labiau und dann an der hôh. Stadtschule in Pr. Holland thätig, folgte er 18690 einem Rufe des Magistrats zu Königsberg dorthin als städtischer Lehrer, wo es ihm bei seiner Amtsthätigkeit noch möglich wurde, die Königl. Akademie zu besuchen und im Jahre 1875 das Zeichenlehrer-Examen zu beenden. An der R. I. O. zu Cassel wurde er O. 1877 als Zeichenlehrer angestellt und bekleidet diese Selle noch am R. G.

54. Dr. Ortmann, Alfred Wilhelm Ferdinand, geb. den 22. Aug. 1852 zu Hildburghausen, ev. Konf., O. 1872 vom G. in Hildburghausen mit dem Zeugnis der Reife entlassen, studierte in Halle, München, Berlin und Greifswald romanische und germanische Philologie. Im Dec. 1875 bestand er in Jena das examen rigorosum und erlangte auf Grund seiner Dissertation»Wiederkehrende Motive bei Shakespeare, auf die Quellen des Dichters zurückgeführt«, die philosophische Doktorwürde. O. 1876 wurde ihm eine wiss. Hilfslehrerstelle an der R. I. O. zu St. Johann in Danzig übertragen, zundächst provisorisch, dann definitiv, nachdem er im Maàrz 1877 in Greifswald das Staatsexamen bestanden hatte. Am 1I. Okt. 1877 trat er an der R. I. O. in Cassel als ord. Lehrer ein und ging Ende Juli 1880 als Oberlehrer an die R. II, O. nach Neumünster in Holstein, wo er noch thätig ist.

55. Völler, Wilhelm Martin, geb. den 25. Nov. 1854 zu Meiningen, ev. Konf., O. 1874 von der R. I. O. zu Meiningen mit dem Zeugnis der Reife entlassen, studierte in Jena und Göttingen Mathe- matik und Naturwissenschaften, bestand am 15. Dec. 1877 in Göttingen die Prüfung pro fac. doc. und wurde O. 1878 der R. I. O. zu Cassel als Probekandidat überwiesen. Zu M. desselben Jahres wurde ihm eine wiss. Hilfslehrerstelle übertragen, die vom I1. August 1880 ab eine ordentliche wurde. Durch Erlass vom 5. Jan. 1891 wurde er zum Oberlehrer vom 1. April 18900 befördert. Im Sommerhalbjahr 1890 nahm er Urlaub, nachdem er einen Vertreter gestellt hatte, um in Marburg chemischen, mineralogischen und geologischen Studien obzuliegen. Am 17. Juli erwarb er sich durch eine Erweiterungsprüfung zu Marburg die Lehrbefähigung in Chemie und Mineralogie für alle Klassen.

Eine von ihm verfasste Arbeit: Uber den Zusammenhang der physikalischen Eigenschaften der Krystalle mit ihrer Krystallform ist im Programm des Realgymnasiums von 1892/93 im Druck erschienen.

56. Dr. Dettenborn, Karl Max Ottomar, geb. d. 25. Aug. 1851 zu Halle a. S., besuchte die Königl. R. zu Berlin, studierte in Halle, München, Greifswald, London und Paris, erwarb sich am 28. Juli 1875 in Greifswald die philosophische Doktorwürde und bestand am 9. März 1878 daselbst die Fakultäts- prüfung für Französisch, Englisch und philosophische Propädeutik. M. 1878 an der höh. Töchterschule zu Cassel als ord. Lehrer angestellt, liess er sich, um an eine hoôhere Schule übergehen zu können, O. 1882 dem R. G. zu Cassel zugleich als Probekandidat überweisen, erkrankte nach kurzer Zeit und erlag einem

unheilbaren Gehirnleiden am 15. Nov. 1885. Er schrieb: Réflexions sur l'emploi de la négation dans la proposition complète de la langue française[Doktor- dissertation].

57. Holzapfel, Eduard, geb. d. 18. Okt. 1853 zu Steinheim in Westfalen, besuchte das G. zu Cassel und zu Paderborn sowie die Kriegsschule in Schloss Engers, bestand die Offiziersprüfung im Sep- tember 1872 und wurde zum Seconde-Lieutenant befördert, gab im Frühjahre 1875 die Militärlaufbahn auf, widmete sich von O. 1875 bis 1878 in Marburg dem Studium der Mathematik und Naturwissen- schaften und bestand am 13. Dec. 1878 daselbst die Prüfung pro fac. doc. Am 7. Januar 1879 an der R. I. O. zu Cassel als Probekandidat eingetreten, erhielt er am 27. Jan. die Erlaubnis sein Probejahr an der R. I. O. in Görlitz zugleich mit Versehung einer besoldeten Hilfslehrerstelle fortzusetzen und ist jetzt Professor an der Technischen Hochschule zu Aachen.

58. Dr. Merkelbach, Wilhelm, geb. den 27. Sept. 1855 zu Grenzhausen in Nassau, ev. Konf, 1875 vom R. G. zu Wiesbaden mit dem Zeugnis der Reife entlassen, studierte in Marburg und Leipzig