Verzeichnis der Lehrer von 1869—94.
Direktoren.
1. Kreyssig, Friedrich, Ostern 1869—71. 2. Dr. Preime, August, Ostern 1872— 10. Juni 1882. 3. Dr. Wittich, Wilhelm, Ostern 1883.
Lehrer.
I. Kreyssig, Friedrich Alexander Theodor, geb. d. 5. Okt. 1818 zu Gottesgabe bei Moh- rungen in Ostpreussen, 1834— 37 im Seminar des Königl. Waisenhauses zu Königsberg zum Elementar- lehrer gebildet, war als solcher teils zu Prökuls bei Memel, teils in Königsberg bis Mich. 1838 thätig, studierte dann zu Königsberg 4 ½ J. Philologie und Geschichte, wurde am 1. August 1843 als Oberlehrer an die R. in Wehlau, am I. Okt. 1845 in gleicher Eigenschaft an die R. in Elbing berufen, am 21. Dec. 1858 zu deren Direktor erwählt, Mich. 1859 als solcher bestätigt und blieb in dieser Stelle bis zur UÜbernahme des Direktorats der neugegründeten R. I. O. in Cassel. Ostern 1871 übernahm er die Lei- tung der Schulen der polytechnischen Gesellschaft in Frankfurt a. M. und starb daselbst d. 20. Dec. 1879.
Aus Kreyssigs Schriften seien genannt: Shakespearevorlesungen, 3 Bde. Uber Göthes Faust. Uber den deutschen
Roman der Gegenwart. Studien zur französischen Kultur- und Litteraturgeschichte. Uber die französische Geistesbewegung im 19. Jahrhundert. Trois siècles de la littérature française. Ein Wort zur Realschulfrage(Beilage zum Jahresbericht 1870).
2. Dr. Preime, August Heinrich Philipp, geb. d. 8. Febr. 1827 zu Cassel, studierte in Mar- burg 1845— 1848 Philologie, war von Neujahr bis O. 1850 Hilfslehrer am G. in Corbach, bis 1851 Vorstand einer Privatschule zu Mengeringhausen bei Arolsen, bis 1852 als cand. prob. am G. in Hersfeld, bis 1863 Hilfslehrer, dann ordentl. Lehrer am G. zu Cassel, seit O. 1860 I. Oberlehrer an der R. I. O., seit d. 2. Mai 1872 Direktor der Anstalt; er starb d. 19. Juni 1882. Ritter des roten Adlerordens IV. Kl. seit 8. April 1877.
Er schrieb: De Lucani Pharsalia, Inauguraldissertation. Erklärung deutscher Redensarten(Beilage zum Jahres-
bericht 1875).
3. Grebe, Leonhard Karl Jakob Nikolaus, geb. d. 6. Dec. 1834 zu Marburg, ev.-luth., be- suchte das G. in Cassel, M. 1849— M. 1853, von da bis O. 1854 das G. in Marburg, bis zur Reife- prüfung, studierte 1854— 1858 Math. und Naturw. zu Marburg, Göttingen und Bonn, war Hauslehrer des Grafen Dominik Teleki in Gernyeszeg bei Maros Väsärhely in Siebenbürgen, von 1858— 1861, Hilfslehrer am Herzogl. G.(Casimirianum) zu Coburg 1861— 1863, erteilte gleichzeitig den physikal. Unterricht am Herzogl. Lehrerseminar und der Alexandrinenschule, dann Oberl. an der Ehstländ. Ritter- und Domschule zu Reval 1863— 1868, wurde 1868 an die hies. R. I. O. berufen, deren Eröftnung sich bis Ostern 1869 verzögerte, II. Oberl. seit dem 10. Aug. 1869, nachdem er am 10. Mai 1869 dem Examen pro facultate docendi sich unterzogen hatte, Professor seit dem 5. Sept. 1887, im Range der Räte IV. Klasse seit 10. April 1893.—
Er schrieb:»Beiträge zur Kenntnis der Erderschütterung vom 6. März 1872(Beilage zum Progr. von 1872) und: UÜber die zeichnende Methode im geographischen Unterricht(Beil. von 1876).
4. Wittich, Friedrich Wilhelm Werner, geb. d. 26. Okt. 1841 zu Messinghof bei Cassel, besuchte O. 1852— 50 das G. zu Cassel, studierte in Marburg von da bis M. 1864 Philologie und Theo-


