Aufsatz 
Rückschau auf die fünfundzwanzigjährige Geschichte des Casseler Realgymnasiums / vom Direktor Wilhelm Wittich
Entstehung
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Rückschau auf die fünfundzwanzigjährige Geschichte

des Realgymnasiums.

Mit dem Schluss des Schuljahres 1893/04 hat das Realgymnasium eine fünfundzwanzigjährige Geschichte hinter sich. Da verlohnt es sich wohl, ehe man in das zweite Vierteljahrhundert eintritt, einen Rückblick auf die bisherige Entwickelung zu werfen.

Ihre Entstehung verdankt die Schule dem Aufgehen des Kurfürstentums Hessen in den preussischen Staat. Schon im Anfang des Jahres 1867 trat ein aus Mitgliedern der Königlichen Stadtschulkommission, der städtischen Behörden und dem Rektor der alten hessischen Realschule bestehender Ausschuss zusammen, welcher zunächst die Notwendigkeit der Errichtung einer Realschule 1. Ordnung feststellte, die sich ergebe aus den Bevölkerungsverhältnissen der Stadt Cassel überhaupt, aus deren Stellung als Provinzialhauptstadt und aus der zu erwartenden Umgestaltung der höheren Gewerbeschule. Als zweites Ziel wurde die Errichtung einer zweifachen Bürgerschule bezeichnet, einer mit höheren Zielen, etwa der vorhandenen Realschule entsprechend, und einer zweiten mit niederen Zielen, beide auf den Abschluss mit dem voll- endeten 14. Lebensjahre berechnet. Von dem Plane die alte lateinlose Realschule in eine solche 1. Ordnung, mit Latein, umzuwandeln kam man bald zurück und ging eifrig daran, die Entstehung einer neuen Anstalt für Ostern 1868 zu ermöglichen.

Noch im December 1867 wurde die Direktorstelle ausgeschrieben; unter den 40 Bewerbern wurde der Direktor der Realschule I. O. in Elbing, Friedr. Kreyssig, gewählt; aus der Zahl der 180 Meldungen, welche für die im Januar 1868 ausgeschriebenen drei, dann vier Lehrerstellen eingelaufen waren, wurden Gymnasiallehrer Dr. Preime in Cassel, Oberlehrer Leonhard Grebe in Reval, Reallehrer Dr. Wittich in Aschersleben und Reallehrer Karl Ernst Vogt in Cassel im März, und zwar für den 1I. Juli 1868, gewählt. Man hatte schon den ursprünglichen Eröffnungstermin aufgeben müssen, da die Verhandlungen mit der Staatsregierung allerlei Schwierigkeiten machten. Einmal wurde die Bestätigung Kreyssigs zunächst vom Ministerium versagt und erst auf eine erneute Eingabe der städtischen Behörden im August 1868 gewährt; sodann zogen sich die Verhandlungen über das Schulstatut und über die Satzungen des Curatoriums in die Länge, und diese kamen erst am 9. Februar 1869 zum Abschluss. Die Stadt hatte Wert darauf gelegt, im Lehrerkollegium die Wahl eines tüchtigen Mannes nicht von dessen Konfession oder Religion abhängig zu sehen, und so erhielt der§ 5 des Schulstatuts schliesslich folgende Fassung:»Die Realschule