Einleitung und Kapitelübersichten zu einer Schulausgabe von Sallusts Catilina von dem Direktor: Dr. Wilhelm Wittich.
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1. C. Sallustius Crispus.
Am 1. Oktober desselben Jahres, in welchem C. Marius mit seinem siebenten Konsulate das ihm einst geweissagte Ziel seiner Wünsche erreicht hatte, 86 v. Chr., wurde C. Sallustius Crispus zu Amiternum im Sabinerland geboren. Er stammte aus einer plebejischen Familie, was ihm später die Möglichkeit der Bewerbung um das Volkstribunat gewährte. Seine ersten Lebens- jahre fielen in die Willkürherrschaft Cinnas und in die Schreckenszeit unter Sulla; als Jüngling erlebte er die Catilinarische Verschwörung; im Jahre 59 wurde er zum ersten Male Quaestor, wenn er eben dies Amt suo anno erhielt; 52 war er Volkstribun. Im Jahre 50 durch den sitten- losen Appius Claudius, angeblich wegen seines anstössigen Lebenswandels, aus dem Senate ge- stossen, floh er 49 zu Cäsar nach Gallien, der ihn dann zum zweiten Male zum Quaestor in Rom machte. Bei einem Aufstand der Legionen in Campanien, zu dessen Unterdrückung er von Cäsar abgesandt war, geriet er in Lebensgefahr und musste fliehen. Dann folgte er seinem Gönner als Prätor in den afrikanischen Krieg, in welchem er sich durch einen erfolgreichen Uberfall der Gegner auf der Insel Cercina, wobei ihm grosse Getreidevorräte in die Hände flelen, besonders verdient machte, so dass ihm Cäsar nach der Schlacht bei Thapsus im Jahre 46 das gewonnene Gebiet als Provinz übertrug. Seine hierauf beruhende nähere Bekanntschaft mit dem numidischen Lande war dann wohl eine Veranlassung zur Zeichnung des einen der beiden Charakterbilder aus der römischen Geschichte, die er uns hinterlassen hat, des Jugurthinischen Krieges.
Als er im Jahre 45 nach Rom zurãückgekehrt war, wurde gegen ihn Anklage wegen Er- pressungen in der Provinz erhoben, es erfolgte jedoch Freisprechung. Sallust blieb nun in Rom, wo ihm bedeutende Reichtümer ein unabhängiges Leben ermöglichten, und wendete sich der Ge- schichtsschreibung zu, für welche er, wie er sagt, schon früher Neigung besessen hatte. Er schilderte zuerst mit sittlicher Strenge in lebhaften Farben die Verschwörung des Catilina, sodann den Jugurthinischen Krieg und verfasste hierauf fünf Bücher römischer Geschichte aus den Jahren 78— 67 v. Chr., von denen uns nur zahlreiche Bruchstücke erhalten sind. Er starb, wie man weiter annimmt, am 13. Mai des Jahres 35 v. Chr.


