Aufsatz 
Heinrich Gräfe : der erste Leiter der Oberrealschule zu Cassel / von Karl Knabe
Entstehung
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vorgetragen. Seine Ansichten ruhen auf den Grossthaten Pestalozzis, aber er zeigt, dass durch dessen Schule zu viel die abstrakt-formalistische Geistesbildung betont wird. Namentlich sein Buch»Die deutsche Volksschule«»empfiehlt sich noch heute durch die glückliche Ver- bindung von Frômmigkeit, Freimut, Patriotismus, Wissenschaftlichkeit und Reichtum an prak- tischer Erfahrung.« Unbedingt muss Gräfes Name ehrenvoll neben denjenigen von Schwarz, Curtmann, Graser, Diesterweg, Frôbel u. a. genannt werden, und es ist daher be- fremdend und bedauerlich, dass seiner in der Encyklopädie von Schmid gar keine Er-

wähnung gethan ist. ʒ

Gräfes zahlreiche Schriften sind aufgeführt in dem kurz nach seinem Tode von seinen Söhnen herausgegebenen Werkchen: Zur Erinnerung an Professor Dr. Heinrich Gräfe. Ein Gedenkblatt für seine Freunde. Danzig. F. A. Weber. 1868(vergriffen) und in: Dr. K. Ackermann, Statistische Rückschau auf 100 Semester der Realschule in der Hedwigstrasse zu Kassel. Programm. 1803. Der Vollständigkeit wegen sind sie unten noch einmal zusammen- gestellt, besonders weil noch einiges hinzugefügt ist. Uber Gräfe finden wir eine ausführliche Darstellung in Dr. Karl Schmidt, Geschichte der Pädagogik von Pestalozzi bis zur Gegen- wart. 4. Auflage von Dr. Wichard Lange. IV. Bd. S. 218 ff. Ferner hat Schumann in der 3. Auflage von Gräfes deutscher Volksschule. 1878. III. Bd. S. 400 seine pädagogischen Ansichten entwickelt, ebenso in kürzerer Weise Weber, Geschichte der Volksschul-Pädagogik u. s. W. S. 258, Leutz, Pädagogik. III. Bd. S. 220 und Droese, Pädagogische Charakter- bilder. S. 242. Stoy erwähnt ihn in seiner Encyklopädie besonders S. 345, auch behandeln ihn eingehender Wohlfarth, Geschichte des gesamten Erziehungs- und Schulwesens. 1855. II. Bd. S. 793 ff. Lindner, Encyklopädisches Handbuch der Erziehungskunde. 1884. II. u. III. Auflage. S. 340 u. 350, Sander, Lexikon der Pädagogik. II. Auflage. 1880. S. 209 und Wittstock, Geschichte der deutschen Pädagogik im Umriss. II. Auflage. 1887. S. 286. Uber sein Leben und seine Wirksamkeit findet sich genaueres in»An das Elternhaus. Mitteilungen aus der Realschule und der Bürgertéchterschule.« VIII. Jahrgang. Bremen 18690. S. 33 bis 40, manches auch in meiner Festschrift: Vorgeschichte und Entwicklung der Oberrealschule zu Cassel. 1893. S. 102 bis 131 und endlich ein Lebensabriss von Lothholz in der allgemeinen deutschen Biographie. Bd. IX. S. 556. Verschiedenes habe ich auch aus einschlägigen Akten und mündlichen Mitteilungen erfahren.

Gräfes Schriften.

1) Pädagogik: Jahrbüchlein der deutschen pädagogischen Literatur u. s. W. 1. u. 2. Bdchen.(Fortgesetzt von Karl u. Ferd. Zimmermann) UÜber das Bedürfnis einer höhern pädagogischen Bildung der Geistlichen und Lehrer u. s. w.(auch unter d. Titel: Mitteilungen über Pädagogik u. Schulwesen. I. Mitt.) Leipzig 1830 Schulrecht u. s. w. Quedlinburg 1829. Uber Schulreform u. s. w. Leipzig, 1834. Schule und Unterricht u. s. w. Berlin, 1839. J. Th. Scherr und die zürcherische Schulreform u. s. w. Darmstadt, 1840. Pro- gramm zur Erôffnung der Real- und Bürgerschule. Cassel, 1843. Die Einweihung des neuen Schulgebäudes am 16. April. Cassel, 1844. Geschichte der Realschule während der zwei ersten Jahre ihres Bestehens. Cassel 1845. Allgemeine Pädagogik. In drei Büchern. 2 Bde. Leipzig 1845. Die deutsche Volksschule u. s. w. 3 Tle. Leipzig, 1847, 3. Auflage