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vesonders zahlreiche Stücke feinen Estrichs(opus signinum), der z. T. noch an Fragmenten von Hypokaustkacheln und sehr starken Ziegelplatten festhaftete. Es war schon jetzt keinem Zweifel mehr unterworfen, dass wir uns im Innern eines Hypokaustums befanden, dessen oberer, aus den ge- nannten Ziegelplatten bestehender Fussboden durch die Trümmer der zusammengestürzten Ober- mauer zerschmettert war und mit ihnen den unteren hohlen Raum ausgefüllt hatte. Schon dieses Ergebnis war von höchstem Interesse: wie es die Vermutung, von der wir bei der Nach- forschung ausgegangen waren, bestätigte, so war es zugleich eine neue Probe auf die Richtigkeit unserer Annahme bezüglich der Lage des ganzen Kastells und seiner einzelnen Teile.
Aber auch an sich forderte das Hypokaustum, auf welches wir so glücklich gestossen waren, zu einer vollständigen Aufdeckung auf; denn es war offenbar sorgfältiger ausgeführt und besser er- halten als irgend eines der anderen, die wir bisher gefunden hatten. Leider machte die Beschränktheit des Raumes selbst bei der rücksichtslosesten Ausnutzung der gegebenen Erlaubnis, die das friedliche Gärtchen in eine wüste Trümmerstätte mit 2 m tiefen Gruben und fast ebenso hohen Schutthaufen verwandelte, eine Bloslegung auch nur des ganzen Hypokaustums unmöglich. Doch konnte von dem letzteren wenigstens die westliche Abschlussmauer mit dem an sie anstossenden Raume ganz bloss- gelegt werden, und es stellte sich heraus, dass sie der für die Beurteilung des ganzen Bauwerks wichtigste Teil war. Die Mauer war in 1 m Stärke und 7 m Länge noch 0,80 m hoch vollkom- men erhalten und zeigte zwei ebenso sorgfältig wie sie selbst gemauerte Eingänge, von welchen der westliche 1 m von der Ecke entfernte offenbar der eigentliche Ofen war, während die östliche Öffnung von 80 cm Breite wohl zur Abführung der Asche diente.“) Dafür sprach der Umstand, qass auf dem Boden des westlichen Eingangs sich noch reichlich Holzkohle vorfand, während in dem andern, wie auch im Innern des Hypokaustums nur russartige Asche den Fussboden bedeckte. Der westliche Eingang, den wir als den eigentlichen Ofen betrachten, war an der inneren öffnung 70 cm breit, verengerte sich aber 20 cm hinter der Innenwand dadurch, dass die östliche Seitenmauer um 20 cm. vorsprang, zu einem 50 cm breiten, ehemals offenbar überwölbten Gang. Leider konnten beide Eingänge nicht bis zu ihrem Ende nach aussen verfolgt werden, da wir hier bereits dicht an das an- stossende Haus herankamen. Doch dürften wir bei dem Ofen mit 2 m Länge seinem Ende sehr nahle gekommen sein. Der östliche Eingang, der wohl der Bequemlichkeit beim Reinigen wegen preiter angelegt war, schien keine über die Stärke der Mauer hinausgehenden Seitenmauern zu haben. Das genau festzustellen, verhinderte uns ein auf ihm stehender Baum. Es blieb daher auch zweifelhaft, ob sich an die Mauer nach aussen ein Präfurnium anlehnte, oder ob das Hypo- kaustum von einem Raum im Innern des Hauses aus geheizt wurde.
In der westlichen Quermauer, die wir in einer Breite von 60 cm blosslegen konnten, war eine Öffnung ausgespart, offenbar um den benachbarten, noch zu dem Gebäude gehörigen Raum mit warmer Luft zu versehen. Von besonderem Interesse aber war der Umstand, dass neben dem östlichen Eingang ein durch 20 cm im Quadrat messende Ziegelplatten gebildeter Kanal von 20 cm Breite und Höhe im Lichten unmittelbar über dem Fussboden zunächst horizontal nach Osten führte und sich dann schräg aufwärts wendete. Hier an der Grenze des Steinschen Gartens war offenbar die östliche Aussenmauer des ganzen Gebäudes, unter der der Kanal zunächst hindurch- führte, um sich jenseits an der Aussenseite des Hauses zu erheben und zu Tage zu treten. Zwar war die Mauer hier bis auf eine Steinlage über dem Kanal zerstört und auch jenseits desselben nach N. nicht mehr im Verband erhalten, ihre Richtung aber konnte umso weniger zweifelhaft sein,
¹) Vgl. den Grundriss Taf. IVY, Fig. 6 und die Seitenansicht Taf. I, Fig. 16. 10


