Aufsatz 
Verzeichnis der in der Umgegend von Attendorn wachsenden Phanerogamen und Gefäßkryptogamen nebst Angabe ihrer Standorte
Entstehung
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gelungen, alle Sumpfpflanzen, die nach der Angabe der Flora von Weſtfalen von Jüngſt dort vorkommen ſollen, aufzufinden. Auf der rechten Seite der Bigge kommen die beiden Höhenzüge in Betracht, welche die Waſſerſcheiden bilden zwiſchen der Bigge, der Repe und der Veiſchede. Der letztere übertrifft den erſteren an Höhe. Beide ſind nordöſtlich gerichtet, erſtrecken ſich bis zur Lenne und ſind zum Rothaar⸗ gebirge zu rechnen. Zur Beurteilung der Höhenlage des Gebietes mögen noch folgende Angaben dienen: Grevenbrück, Waſſerſpiegel der Lenne 245,57 m, Finnentrop, Mündung der Bigge in die Lenne 230,31 m, Waſſerſpiegel der Bigge bei Attendorn 249,47 m, bei Olpe 305,66 m, Höhe bei Sonneborn 526,56 m.

Die Höhenlage des Gebietes bewirkt ein ziemlich rauhes Klima, langandauernde Winter, kurzen Frühling, raſche Vegetationsentwickelung im Sommer, bedeutende Abkühlung im Sommer gegen Abend und in der Nacht. Der Rauhheit des Klimas iſt es zu verdanken, daß einzelne Charakterpflanzen der montanen Region, die Profeſſor Dr. Aſcherſon erſt von 810 m Höhe an rechnet, hier einen zuſagenden Standort finden, nämlich: Asplenium septentrionale, Phegopteris Robertianum, Ribes alpinum, Sambucus racemosa, Luzula maxima, Ranunculus aconitifolius, Helleborus viridis, Primula elatior, Atropa Belladonna, Stachys alpina, Senecio nemorensis, Centaurea montana.

Was die geognoſtiſch⸗mineralogiſchen Verhältniſſe des Gebietes anbelangt, ſo kommen für das Vorkommen der einzelnen Pflanzen nur zweierlei Bildungen in Betracht. Die Hauptmaſſe unſerer Gebirge beſteht aus Lenneſchiefer. Die Flora der betreffenden Höhenzüge iſt im allgemeinen recht arm und eintönig zu nennen. Zu dieſem tritt der Maſſenkalk in Gegenſatz, welcher in der Attendorn⸗Elsper Doppel⸗ mulde in mächtigen Schichten vorhanden iſt. Die Lager der Atten⸗ dorner Mulde beginnen bei Haus Ewich, ſetzen ſich von da fort über den Kehlberg, Wulfesſtein, Remmenſtein, Himmelsberg, Stürzenberg, Heide, Ahauſen, Heggen, verſchmälern ſich bei Finnentrop und Wering⸗ hauſen beim Überſchreiten über die Lenne und werden dann bei Müllen plötzlich wieder breiter. Die Elsper Mulde zieht ſich von Meckling⸗ hauſen über Dünſchede, Borghauſen hin und tritt dort ebenfalls auf das rechte Lenneufer über. Dieſe Gebiete des Maſſenkalkes zeigen eine Reihe charakteriſtiſcher Pflanzen, die ſich in reichſter Fülle bei Borg⸗ hauſen zuſammenfinden, nämlich: Anthyllis vulneraria, Astragalus.