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woche, wenn der Taufact zu Ostern statt fand, wurde das symb. apostolicum(Taufsymbol) und die oratio dominica den Vorgerückten unter den Katechumenen, Competentes ¹) ge- nannt, übergeben(traditio fidei), damit sie diese Stücke auswendig lernten und hei Empfang der Taufe hersagten(redditio). Der Unterricht der Kinder in der christlichen Lehre blieb in jener Zeit den Eltern und den Taufpathen überlassen. Der Sieg des Christenthums über das Heidenthum machte der discipl. arcani so wie dem alten Katechumenat ein Ende. Es wurden die Kinder christlicher Eltern getauft und diese früher oder später in dem elementaren Christenthum unterrichtet. Merkwürdiger Weise findet sich aber der Aus- druck catechizari nicht im Gebrauch für die Unterweisung der getauften Jugend in der christlichen Lehre sondern für ein unbestimmtes etwas ²) vor der Taufe. Die Kinder, auch wenn sie bald nach der Geburt getauft werden, empfangen doch allemal, che die Taufe ge- schicht, ihren Katechismus, einen auf das nicht mehr bestehende Wesen der katechetischen Vorbreitung zurückweisenden Schatten.
Demnach kommt auch in Deutschland während des Mittelalters zweierlei Katechismus vor, der eine bei denen, die vom Heidenthum kamen, dem Wesen und dem Namen nach, der andere bei den im Schosse der christlichen Kirche geborenen, welcher wiederum ge- doppelter Art ist, einmal vor der Taufe, dem Namen aber nicht dem Wesen nach, für’s andere nach der Taufe, dem Wesen aber nicht dem Namen nach. Von dem bloss nomi- nellen Katechismus(vor der Kindertaufe) bedarf es keiner weiteren Erörterung, denn die aus alter Zeit stammende schwache Reliquie verliert sich allmählig. Es bleibt nur die Aufgabe, der bei dem Uebertritt aus dem Heidenthum in das Christenthum üblich gewesenen katechetischen Weise zu gedenken und dann die Uebergabe der christlichen Hauptstücke an die getaufte Jugend und das Volk— eine Sache, für welche erst in spälerem LZeitalter der Name Katechese in Gebrauch kam— zu besprechen.
Der Gegensatz zwischen Christ und Heide wurde in der älteren Zeit in der grössten Schärfe aufgefasst. Der Heide stehet in dem Dienst eines bösen Gewalthabers(einer saeva potestas), sein Herr ist der Teufel, ihn bestricken Teufels-Werke und Gezierden, opera et pompae, der Christ aber ist Eigenthum des dreieinigen Gottes, folgt dem Ruf und Befehl des grossen Siegesfürsten im Himmel, und diesem Führer vertraut er sich für Gegenwart
1)„Competentes autem sunt qui jam post doctrinam fidei, post continentiam vitae, ad gratiam Christi percipiendam festinant, ideoque appellantur competentes, id est gratiam Christi petentes. Nam cathecumini tantum audiunt necdum petunt. Sunt enim quasi hospites et vicini fidelium“ etc. Rabani Mauri institutio clericorum, I, 26..
2) Catechumeni recens etiam nati dicebantur, qui antequam offerentur ad baptismum, ut ve- teris ecclesiae disciplinae umbra servaretur a patrinis in speciem catechizabantar, qui iis nomen imponebant et catechumenos factos ad baptismum offerebant tanqaam eorum fidei sponsores. Du Cange Gloss. I. p. 982.


