Aufsatz 
Die Loreleisage II / von Adolf Seyberth
Entstehung
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60 Schüler in das Gymnasium aufgenommen und zwar: 49 in VI, 1 in IV, 1 in IIIb, 3 in III a, 3 in II b, 3 in Ib.

2) Am 20. April wurde das neue Schuljahr in feierlicher Versammlung der Lehrer und Schüler in der Aula mit Gebet, Anrede und Vorhalt der Schulgesetze durch den Director eröffnet. 3

Der Unterricht nahm am 21. April seinen Anfang.

3) Am 15., 16. und 17. Mai unterzog Herr Provinzial-Schulrath Dr. Rumpel das Gymnasium einer umfassenden und eingehenden Revision, indem er dem Unterrichte sämmtlicher Lehrer in den verschiedenen Classen beiwohnte, auch selbst die Schüler prüfte und Probearbeiten durch dieselben anfertigen liess, überdies auch die Locali- täten sowie die sämmtlichen Sammlungen und Apparate der Anstalt besichtigte und von allen Verhältnissen derselben genaue Kenntniss nahm. Am Abende des letztge- nannten Tages versammelte der Herr Provinzial-Schulrath das Lehrercollegium zu einer Conferenz, in welcher er die bei der Revision der Anstalt gemachten Wahrneh- mungen mittheilte und hieran mehrere die Gymnasialpädagogik und insbesondere die Methode des Unterrichts betreffende Rathschläge anknüpfte, zu deren Ausführung im Einzelnen von dem Lehrercollegium in einer nachfolgenden Conferenz geeignete Be- schlüsse gefasst warden.

4) Die Pfingstferien dauerten vom 27. Mai bis zum 5. Juni.

5) Am 18. Juni betheiligten sich die Schüler des Gymnasiums an der für diesen Tag angeordneten kirchlichen Friedensfeier und zwar nach den für solche Ver- anlassungen, bei welcher die Schüler wegen Ueberfüllung der Kirchen ihre gewöhn- lichen Plätze nicht einnehmen können, von der Anstalt erlassenen besonderen Bestimmungen.

6) An der Einzu gsfeier unserer siegreich aus dem Felde heimkehrenden Truppen, welche am 7. Juli in erhebendster und erfreulichster Weise stattfand, bethei- ligten sich, da die Beschränkung des Raumes die Theilnahme des ganzen Gymnasiums leider nicht gestattete, die Schüler der drei oberen Classen mit ihren Ordinarien, indem sie die ihnen durch das Festprogramm angewiesenen Plätze einnahmen.

7) Am 9. Juli, dem auf die Einzugsfeier folgenden Sonntage, an welchem Tage unsere Stadt durch die Ankunft Sr. Majestät des Kaisers und Königs in die freudigste Bewegung versetzt wurde, war das Gymnasium dem über die Em- pfangsfeierlichkeiten festgesetzten Programme gemäss in der Nähe des Bahnhofs auf- gestellt und schloss sich dem Festzuge an, von welchem Seine Majestät in freu- digster Begeisterung zum Königlichen Schlosse geleitet wurde.

8) Am 20. Juli veranstaltete das Gymnasium in der mit Fahnen und Blumen festlich geschmückten Aula eine Friedensfeier, welche schon früher beabsichtigt war(s. Pro- gramm v. 1871 S. 32, Nr. 23), aber darin ein Hinderniss gefunden hatte, dass die Vorbereitung des musikalischen Theiles der Feier durch die Krankheit des Gesang- lehrers längere Zeit aufgehalten worden war.