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sei in diesem Garten schneeweiss spazieren gegangen, immer dem Kinde winkend. Das Kind brachte sein Erdbeersträusslein heim. Fräule„Laura“ soll unter einem Stein hervorkommen und dort wieder verschwinden. Viele seien auch schon von ihr in die Irre geführt worden. ¹)
Laurasitz. Mündlich von Weingarten.
2 Auf dem Wege von Weingarten nach Schlier ist der»Laurasitz« im Laurathal. Da sitzt ein Geist, eine Gräfin Laura sauf dem Sitz«, welche mit goldenen Kugeln und sil- bernen Kegeln kegelt. Das geschieht alle Nacht von 12—1 Uhr.—
Laura'’s Erlösung. Schriftlich.
Fräulein Laura mit ihrem weissen Kleid, einen Bund Schlüssel an ihr hängend und ein Wasserkrüglein in der Hand, erscheint in den heiligen Zeiten an einem uuschein- baren Brünnlein an der Scherzach(ganz in der Nähe der Brücke, die auf den Hallers- berg führt, der Griesle-Mühle gegenüber) und schöpft Wasser, sprechend: Ich muss eine Linde tränken, und zwar so lange, bis der Baum erstarkt ist. Alsdann wird aus diesem Baum eine Wiege gefertigt, und dasjenige Kind, welches in derselben gewiegt und aufer- zogen wird, erlangt von Gott die Gnade, mich erlösen zu können.— und dann setzt sie ihren Weg dem Laurathal zu fort.— Birlinger, Volksthümliches aus Schwaben. I, p. 7.
Hier zeigt sich Laura aufs Deutlichste als die Wolkengöttin Holda, schon als weisse Schlüsseljungfrau, deren feststehende Identität mit dieser— die Schlüssel sind der die Schatzgewölbe des Himmels erschliessende Blitz— schon in dem Zuge zu erkennen ist, dass sie,»wie auf einem Wölkchen über dem Wasser dahin und ebenso wieder auf dem Wasser zurückläuft,« wie ein ähnlicher Zug für den Wolkenwidder der griechischen Sage bezeichnend ist, der Phrixus und Helle trägt.— Vg. über die Burg als Symbol der Wolke Mꝰ) 80. 124. 153. 155. 160. 183. 185. 186. 203; die Vermählung als Gewitter S. 11. 24. 88. 123. 128. 152. 198. 207. 210. 215. 223; das Kind S. 123; Rochholz, Naturmythen 133 ff. und besonders K. W. I., 239, wo es»das Kind« heisst. Es erin- nert besonders an das Märchen von Dornröschen in der italienischen und französichen Form, dessen Grundlage der Mythus ist, dass eine himmlische Wasserfrau, die Mutter der Sonne und des Mondes, der Morgenröthe und des Tages von dem Dämon der Nacht oder des Winters getötet und vom lichten Gotte in's Lebens zurückgerufen wird. M. 611. 688.— Der Ritter ist gleich Wodan im Berg— denn Wasser und Berg sind in diesem Zusammenhange ganz dasselbe— oder namentlich Barbarossa im Kyffhäuser,
¹) Urkundlicher Name von Laurathal ist„Lurenthal“.(Urkunde in der Weingart. Registratur.)
²) M. bedeutet Mannhart, germanische Mythen; S. Schwarz, Ursprung der Mythologie; K. W. Kuhn westfälische Sagen, K. N. Kuhm und Schwarz, Norddeutsche Sagen.


