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studirt, nachher aber viele Jahre im Auslande zugebracht und einen grossen Theil Europa's durchreist hatte, wurde der Unterricht in der Französischen Sprache und in andern Lehrgegenständen durch einen höchsten Beschluss vom 17. März 1837 übertragen.
Im Herbst des Jahres 1837 wurde Herr Carl Wilhelm Piderit, ge- boren zu Witzenhausen 1815, der nach Vollendung seiner philologischen und theologischen Studien zu Rinteln und Marburg durch die vor der theo- retischen Prüfungs-Commission zu Marburg bestandene Prüfung in die Reihe der Candidaten des Gymnasial-Lehramts eingetreten war, zu seiner prakti- schen Ausbildung an, das hiesige Gymnasium versetzt und ihm die Erthei- lang ständiger Lectionen in Quinta neben andern aufgetragen.
Im November des Jahres 1837 wurde der Herr Dr. Wiskemann, bis- her Hülfslehrer am hiesigen Gymnasium, zum ordentlichen Lehrer ernannt und dem Herrn Dr. Deichmann eine jährliche Gehaltszulage von hundert Thalern ertheilt.
Die Zahl der Schüler in vier Classen betrug am Ende des Winterhalb- jahres 1836— 37 überhaupt 96. Von diesen wurde Ostern 1837 einer, Fri- dolin Kranshaar, Sohn des Conrectors am hiesigen Gymnasium, mit einem Zeugniss der Reife zur Universität entlassen, um der Rechtswissenschaft sich zu widmen. Ausserdem gingen drei andere ab, einer, ein Ausländer, auf das vaterländische Gymnasium zu Darmstadt, ein anderer, um sich der Schreiberei zu widmen, noch einer auf das Gymnasium zu Cassel.
Es blieben also 92 Schüler, zu denen 16 neue hinzu kamen, so dass im Anfang des Sommerhalbjahres 1837 überhaupt 108 Schüler waren. Von diesen wurden im Lauf des Sommerhalbjahres fünf mit öffentlicher Verwei- sung, zwei mit stiller Entfernung bestraft, am Ende des Sommersemesters aber acht mit Zeugnissen der Reife zur Universität entlassen.
1) Carl Eisenberg aus Nesselröden(Theologie).
2) Wilhelm Kratz aus Bellers(Jurisprudenz).
3) Justus Schmidt aus Richerode bei Jesberg(Medicin).
4) Georg Geis aus Niddawitzhausen bei Eschwege(Theologie).
5) Friedrich Quentin aus Sontra(Cameral-Wissenschaften).
6) Heinrich Greineisen aus Vockerode(Theologie).


