Aufsatz 
Deutsche Altertümer im Hêliand als Einkleidung der evangelischen Geschichte : Beiträge zur erklärung des altsächsischen Hêliand und zur innern geschichte der einführung des Christentums in Deutschland / von A. F. C. Vilmar
Entstehung
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in der allegorischen erklärung der heilung der blinden vor Jericho 110 111, und kehrt kürzer angedeutet, aber in den hauptsachen genau so wieder 16314; 1645; 1718, vgl. 281° f. die menschen, heisst es dort, haben ursprünglich im himmel gewohnt unter dem königtume Gottes, aber der feind machte sie Gott untreu, also dass sie die lichte heimat verliessen, und nun dienen sie, verirrt und zerstreut im fremden finstern lande bösen feinden, dulden schwere(sclaven-) arbeit. erst musste nun ihr rechter herr, den sie vergessen hatten, sich ihnen wieder zeigen, und auf diese wiederkunft ihres rechten königs hoffend, sitzen sie nun an der königsstrasse. der könig und herr erscheint in seinem sohne, und öffnet ihnen wieder die heimat des lichts, zeigt ihnen den weg, auf dem sie, ihm als wiedergewonnene nunmehr treubleibende mannen folgend, zu dem glänzenden saale des himmels(an thana berhtun) zurückkehren können.(Jericho, wird hinzugesetzt, die mondstadt, ist die welt, in welcher wie der mond ahnimmt und wieder wächst, menschengeschlechter gehen und kommen; vor dieser mondstadt, der welt, zieht mit seinen kriegsscharen der rechte könig vorüber, und die verbannten er- kennen ihn wol, trotz dem dass die gegner sie irre machen, zum zweifel verleiten wollen). um also Zurückzukehren zu dem heimatlande, aus welchem die menschen ihre untreue vertricben hat, kommt es nur darauf an, den wiedererscheinenden alten herrn und könig als solchen zu erkennen, und ihm nunmehr mit lauterer treue und festem herzen anzu- hängen. Christi tod ist nun zwar ein sieg seiner feinde, aber nur ein scheinbarer: er ist nur dazu da, um seinen sieg über eben diese feinde um so mehr zu vergewissern, dass ihm, und folglich auch denen, welche mit ihm ziehen, der tod nichts anhaben köune, denn durch seine auferstehung öffnet er das ewige licht. was also im N. T. als haupt und gliedmassen dargestellt wird, verändert sich hier in einen könig und sein von ihm unzertrennliches gefolge, welches nach deutschem gefühle noch weniger, als die glieder vom leibe sich lösen, von dem stammeshaupt und geschlechtsherrn sich trennen lässt.

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