5. Stipendien und Unterſtützungen.
Durch Kurfürſtl. Miniſterium des Innern waren 21, durch die Verwaltungskommiſſion des Gymnaſiums 18 Schüler von der Entrichtung des Schulgeldes befreit. Ueberdies erhielten viele der armen Schuler die er⸗ forderlichen Schulbücher aus der für dieſen Zweck beſtimmten Bibliothek. Auch wurde denſelben von Seiten mild⸗ thätiger Einwohner der Stadt durch Gewährung von Freitiſchen und auf andere Weiſe vielfache Unterſtützung zu Theil, wofür den edlen Menſchenfreunden der aufrichtigſte Dank gebührt..
Das Staatsſtipendium, im Geſammtbetrage von 75 fl., wurde dem Unterprimaner Emil Keitz und den Oberſekundanern Wilhelm Füller und Joſeph Hohmann zu gleichen Theilen verliehen;— von dem Och'ſchen Stip. zu 90 fl. erhielten die Oberſekundaner Hugo Hartmann und der Untertertianer Wilhelm Schaefer je 15 fl., die Unterprimaner Julius Burkardt und Joſeph Stanger, der Unterſekundaner Paul Schuchert, der Untertertianer Magnus Köck, die Quartaner Philipp Köck und Ferdinand Böſchen je 10 fl.;— das Haberſack'ſche Stip., im Betrage von 24 fl., wurde dem Oberſekundaner Ferdinand Malkmus und dem Obertertianer Joſeph Hüfner zu gleichen Theilen, endlich von dem Wehner⸗ ſchen Stip., in dem nämlichen Betrage, dem Oberſekundaner Karl Fleck 14 fl. und dem Obertertianer Konrad Weber(0 fl. zuerkannt.
Die von den Herrn Domdechant Hohmann, Nentmeiſter Kriſch, Hofapotheker Rullmann und Medizinal⸗ rath Dr. Wiegand zum Beſten unbemittelter und würdiger Gymnaſiaſten auch im verfloſſenen Jahre wieder ver⸗ anſtaltete Sammlung lieferte abermals einen recht erfreulichen Ertrag. Es wurden davon 72 Gulden zur Unter⸗ ſtützung von 4 Schülern(zwei Oberprimanern mit je 25 fl., einem Unterſekundaner mit 12 fl. und einem andern mit 10 fl.) alsbald verwendet, der Reſt aber nebſt den Zinſen der Aktivausſtände zum Kapitalfonds der im Jahre 1852 begründeten„Wohlthäterſtiftung für dürftige und würdige Schüler des Gymnaſiums zu Fulda“ hinzugefügt. Dieſer betrug im Vorjahre 831 fl. 1 kr. 2 hlr. und beläuft ſich gegenwärtig auf 955 fl., wovon 175 fl. bei der Landeskreditkaſſe, 700 fl. bei der Hauptſtaatskaſſe zu 4 Prozent, 80 fl. bei der ſtädtiſchen Spar⸗ kaſſe zu 3 ½ Prozent verzinslich angelegt ſind.
Zu einem ſo gedeihlichen Wachsthum der genannten Stiftung hat nicht wenig beigetragen die Summe von 58 fl. 2 kr. 2 hlr., welche von dem Herrn Stabsarzt Dr. Platner als Reinertrag der im Winter 1864/5 von ihm und mehrern andern Herrn in der Aula des Gymnaſiums gehaltenen Vorträge dem Unterzeichneten überwieſen und von dieſem alsbald dem gedachten Fonds zugeführt wurde. Den genannten Herrn ſowie allen jenen, welche das ſchöne Liebeswerk bisher gefördert und unterſtützt haben, ſei hierdurch der wärmſte Dank dargebracht. Möge ihr Wohlwollen auch fernerhin der guten Sache und dem edlen Zwecke erhalten bleiben! Möge man das dankens⸗ werthe Unternehmen, woran nunmchr ſchon 14 Jahre ſo ſtill und geräuſchlos als eifrig und erfolgreich gearbeitet worden iſt, nach dem urſprünglichen Plane fortführen und vollenden helfen! Dieſe dringende Bitte an alle bis⸗ herigen Freunde und Förderer des löblichen Werkes ausdrücklich zu richten, ſehe ich mich deshalb veranlaßt, weil gegen die Sache oder doch gegen die wohlerwogene Einrichtung derſelben gewiſſe Bedenken geäußert worden ſind, die indeß bei näherer Prüfung ſich als unbegründet erweiſen dürften. Das theilweiſe Kapitalifiren der eingehenden Beiträge hat eben den Zweck und das Gute, daß ſo allmählich, unabhängig von dem Ergebniſſe der jährlichen Sammlung, eine beſtimmte vertheilbare Summe für alle Zukunft geſichert wird, auch für den Fall, daß einmal die Beiträge ſpärlicher flöſſen oder daß die Sammlung ſiſtirt werden müßte, obwohl der Unterſtützung bedürftige und würdige Schüler nach wie vor vorhanden wären. Denn daß jemals die Zeit eintreten werde, wo keine Un⸗ bemittelte das Gymnaſium mehr beſuchen, daran wird wohl im Ernſte niemand llanten Hat der Kapitalfonds


