Aufsatz 
General Dietrich von Miltitz, sein Leben und sein Wohnsitz : Nebst vier noch ungedruckten Briefen an ihn von Novalis und einem Facsimile von dessen Handschrift / von Adolf Peters
Entstehung
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G,

general Dielrich von Millitz,

ſein Leben und ſein Wohnſitz. o Oe‿ρεραοσρισνσ

Es giebt ausgezeichnete Menſchen, deren ſchöpferiſche Thätigkeit ſich nicht nach augenſcheinlichen Ergebniſſen meſſen, nicht in einer Reihe glänzender Einzelthaten aufzählen läßt, wohl aber, wenn auch im Stillen, doch nachweisbar, die große Summe weltgeſchichtlicher Entwicklungen bilden hilft. Zu dieſen gehörte General Dietrith v. Miltitz. Und was er war und vollbrachte, wurde und that er von innen heraus durch mannhafte Entfaltung ſeiner Geiſtes⸗ und Charakterkräfte. Er war nüchtern forſchender Gelehrter und begeiſterter Mann der That zugleich. Beides vereinte ſich mit der höchſten Uneigennützigkeit, mit geſunder Frömmigkeit, Milde und Güte; nur wo Anforderungen an ihn ſeinen tiefſten Ueberzeugungen widerſprachen, konnte er ſpröd und kalt, ſelbſt hart ſein. Die Miſchung dieſer Eigenſchaften machte ihn zu einem der eigenthümlichſten Charaktere, den man nur verſteht, wenn man auf ſeinem Grunde das Gemüth voll hoher Menſchenliebe erkennt. Seine ſtets zu Opfern bereite Theilnahme war auch allgemein bekannt; in Meißen und deſſen . Umgegend wird daher noch jetzt ſein Name überall mit Verehrung genannt. Indeß ſo lebendig

auch manche Erinnerungen an den General jetzt noch ſind: durch den Druck bewahrt iſt ein Abriß dieſes edlen und hiſtoriſch bedeutſamen Lebens, ſo viel ich weiß, nirgend. Der älteſte ſeiner noch lebenden Söhne, Kammerherr und Comthur Georg von Miltitz, jetziger Beſitzer der Familiengüter Siebeneichen mit Korbitz, Batsdorf und Schloß Scharffenberg, hat indeß die wich⸗ tigſten Nachrichten von des Vaters Leben und Wirken kurz aufgeſetzt und mir die Benutzung, ſelbſt die wörtliche, dieſer Aufzeichnungen ſo wie anderer urkundlichen Papiere des Siebeneichener Familien⸗ Archives freimüthig geſtattet, und Dr. Heinrich Herz, der das Archiv geordnet, mich dabei freundlich unterſtützt. Hauptſächlich aus dieſen Quellen und nach ergänzenden mündlichen Mit⸗ theilungen des Kammerherrn und weniger anderer, zuverläſſiger Perſonen theile ich dieſe Lebens⸗ geſchichte im Folgenden mit.

Der menſchenfreundliche und hülfreiche, geiſtiger Bildung eifrig nachſtrebende Sinn Dietrich's, deſſen altes Geſchlecht ſich ſeit 1186 nachweiſen läßt, war ſchon dem Vater, Ernſt Haubold von Miltitz, eigen. Dieſer wurde 1739 auf dem damals Miltitziſchen Gute Oberau bei Meißen geboren, war Kaiſerlicher Kammerherr und Oberſtlieutenant der Kurfürſtl. Sächſiſchen garde du corps, vermählte ſich 1765 mit Henriette Luiſe von Schönberg, unterlag aber ſchon am 5. März 1774 in den Bädern von Piſa einer langwierigen Krankheit und wurdezu Livorno chriſtlich

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