Aufsatz 
Die Völckerische Lehr- und Erziehungsanstalt zu Gießen in einigen ihrer äußeren Einrichtungen : Einladungsschrift zu der Prüfung der Zöglinge am 16ten Sept. 1837 / von Karl Heinrich Wilhelm Völcker
Entstehung
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in Bewegung ſeen kann. Die Beförderung des Fleißes lleibt nicht mehr allein die Sache der Lehrer, ſie wird es zngleich der ganzen Anzahl der kleinen untergeordneten Ge⸗ halfen, und ſomit am erſten zum gemeinſchaftlichen Schul⸗ geiſte

Certiren laſſen wir ſeltener, und hauptſächlich nur in ſolchen Lectionen, in denen keine Nummern gegeben werden, oder in welchen wenigſtens die Nummern kein anderes Ne⸗ ſultat liefern, als der ſonſt ſehr lauuenhafte und zufällige Glackswechſel beim Certiren.

Wir erwähnen noch kurzlich einige andere Einrichtun⸗ gen. Bei der Frage nach den Vorzigen des Klaſſen⸗ ſyſtems(wenn Ein Lehrer in einer Klaſſe in allen Ge⸗ genſtänden unterrichtet) oder Fachſyſtems(weun in einer Klaſee füͤr jedes Jach ein beſonderer Lehrer verwendet wird) muß wohl die Entſcheidung aller Verſtändigen für eine weiſe Verbindung und Verſchmelzung beider Syſteime ausfallen. Et⸗ was anderes iſt es aber, asgeſehen von dieſem Verhältmiſſ der Lehrer, ob auch die Schuler wechſeln ader bleiben, d.h. ¹b dieſelben Schaler auch in allen Unterrichtsgegen⸗ ſtänden zuſammenſzen ſolen, Ein Wechſeln und Vermiſchen derſelben, je nach ihren Fortſchritten in den ein⸗ zelnen Fächern, iſt in einer graßen Schule, die bloß Schule iſt, nicht auszufnhren, und nicht einmal aus päda⸗ gogiſchen Grunden rathſam. In einer kleinen Amſtalt kann ſich dagegen kein Bedenken erheben, wenn die Schaler an⸗ ders in ihren Vildungsſtufen nicht zu ſehr von einander ab⸗ ſtchen, und keine diseiplinariſchen Nachtheile zu befärchten ſund. Da wir nun unſere Zöglinge den ganzen Tag über iu unſerer Dispoſttion bei uns haben, ſo daß wir nach Be⸗ leeben die Einzelnen während einer Lection zum Spielen eut⸗ laſſen, und wenn wir ſie brauchen, in der nächſten Stunde ogleich wieder einberufen könnn, ſo war es uns möglich,