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die Nemeter in der Mitte, die Triboocher endlich am weitesten nach Süden wohnten 1), wie dies schon S. 5 erwähnt wurde. Doch hatten sie keine scharf von einander getrennten Territorien inne, sondern wohnten mehr oder minder vermischt untereinander, wie denn Argentoratum, eine Stadt der Vangionen, mitten in dem Gebiete der Triboccher lag. Den Grund, warum die Römer solche Germanische Völkerschaften am linken Rhein- ufer ansiedelten, gibt uns Tacitus an, nemlich um einen Versuch mit ihrer Treue zu machen, und damit sie die Feinde abwehrten ²). Die Tapferkeit, die Treue und Zuver- lässigkeit der Deutschen machte sie vorzüglich zu Vertheidigern der Grenze geeignet. Sie selbst aber mögen ruhige Wohnsitze in Gallien in einer erträglichen Abhängigkeit von Rom der unsichern Freiheit ihres alten Vaterlandes verzogen haben, wo sie beständig von den Römern oder von ihren Stammesgenossen befehdet wurden, und wo eine ewige Bewegung und Wanderung unter den Völkern Statt fand. Dass bei der Uebersiedelung der Triboccher u. s. w. ähnliche Beweggründe obgewaltet haben mögen, das zeigen uns ihre Sitze in Gallien selbst, in der Nähe der Chatten, und das wird auch durch einen Vorfall wahrscheinlich, den Tacitus in der oben bereits angezogenen Stelle ³) berichtet. Als nemlich im Jahr 50 n. Chr. die Chatten einen Einfall in das erste Germanien ge- macht hatten, bot der Legat L. Pomponius die Hilfsschaaren der Vangionen und Nemeter auf und befahl ihnen über den Rhein zu gehen und den rückkehrenden Feinden zuvor- zukommen und sie anzugreifen. Die Vangionen und Nemeter theilten sich darauf in zwei Heerhaufen. Dem einen gelang es, eine Abtheilung der Feinde im Schlafe zu über- fallen; der zweite schlug eine andere Abtheilung in offenem Treffen und kehrte mit Beute beladen zu Pomponius zurück, der sich mit den Legionen am Taunus aufgestellt hatte. An diesen Dingen nahmen die Triboccher nur deswegen keinen Antheil, weil sie von der Gegend, wo der Einfall der Katten und die nachfolgenden Ereignisse Statt fanden, zu weit entfernt waren, um mitwirken zu können. Aber 20 Jahre später hören
¹) Die Haupistädte derselben hiessen: 1, Borbetomagus, H. der Vangionen, 2, Novomagus, H. der Ne- meter, 3, Brocomagus d. heutige Brumat, H. der Triboccher. Amm. Marcellin nennt diese Orte— Vangiones, Nemetae— Brocomagns siehe Amm. Marc. 11, 15 und 16, 2. In späterer Zeit kommen auch die Namen Warmatia civitas Vangionum(Worms) u. Spira(Speier) vor
2) Tacit. Germ. c. 28 sagt von den Ubiern: transgressi olim experimento fidei super ipsam Rheni ripam collocati, ut arcerent, non ut custodirentur.
3) Tacit. Ann. XII, 27.


