Aufsatz 
Untersuchungen auf dem Gebiete der deutschen Urgeschichte / ... Jacobi
Entstehung
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dass man kaum anders glauben kann, als er selbst zähle dieselben unter die Be- wohner des linken Rheinufers ¹1y. So führt auch Strabo die Triboccher ausdrücklich unter den Völkern der Gallischen Rheinseite auf und scheint sie sogar an dieselbe Stelle zu setzen, wohin Cäsar sie setzt, nemlich zwischen Mediomatriker und Trevirer, eine Uebereinstimmung dieser Schriftsteller, welche jener Annahme ein bedeutendes Gewicht gibt ²).

Sodann lässt sich mit dieser Annahme auch am leichtesten und natürſichsten der Umstand erklären, dass diese drei Völkerschaften zu den verschiedensten Zeiten, zur Zeit Cäsars, wie ein und zwei Jahrhunderte nachher, fast immer zusammen auftreten und zusammen genannt werden, als wenn sie völlig unzertrennlich wären. Sie wohnten schon vor Cäsar alle drei in Gallien ³); sie standen damals schon in derselben engen Verbindung mit einander, in der wir sie später finden); sie hatten ihre Wohnsitze am Oberrhein, wo wir auch später sie antreffen ⁵5). Wie merkwürdig wäre es nun, wenn sie von Cäsar aus diesen Sitzen vertrieben, zersprengt, auseinandergerissen, sich später durch Zufall gerade so wieder zusammengefunden hätten, in derselben engen Verbindung, in demselben Lande und in derselben Gegend, in der sie früher wohnten.

Nehmen wir endlich noch hinzu, dass sich bei keinem alten Schriftsteller die geringste Andeutung von einer späteren Ansiedelung dieser Völker in Gallien findet⁰), so müssen

¹) Caes. b. G. IV., 10. Rhenus autem oritur ex Lepontiis et longo spatio per fines Nantuantium, Hel- vetiorum, Sequanorum, Mediomatricorum, Tribucorum, Trevirorum fertur e. c. t. Caes. A. a. O. VI. 25. Oritur(sc. Hercynia silva) ab Helvetiorum et Nemetum et Rauracorum ſinibus e, c. t..

²) Strab. IV. p. 133. ed. Casaub. Gerd oͤt roög Elovyrrloug, Tyxovxo! acn MeOO⁵αᷣ rOοαοε κάστοαοωνσι Pjjvoνν ν og Tourat LOHxMναάν εα5νινοε, εαοεέ ν α viſg olxsαν Tοεoxxroi. Und weiter unten: erd oͤt roug MéOO,⁵‿ααᷣάηνοαοα να Tιοκα xαοααοαν⁵σι τουν iνον Tνιεσοοι. ¼ ·. 4.

3) Denn alle Germanen, die unter Ariovist in Gallien waren, hatten sich dort angesiedelt, mit einziger Ausnahme der zuletzt eingewanderten, siehe b. G. I., 31.

) Denn sie standen in der Schlacht zusammen b. G. I, 51.

5) d. h. am Oberrhein, etwa zwischen Mainz und Basel. vergl. Plin. H. N. IV., 31. Tac. Ann. XlII, 27. Tac. bist. IV, 70. Germ. c. 28.

6) Strabo sagt zwar von den Tribocchern: Teoν.νο, xεαωα εmν εν rijg olaelag, aber es ist eben ungewiss, in welche Zeit er selbst diese Uebersiedelung setzt.