Aufsatz 
Über die Markomannischen Kriege unter Marc Aurel / von ... Jacobi
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Einleitung.

S. 1. Stellung der Donauvölker zu den Römern vor dem Kriege.

Seitdem die Römer durch Gründung des Vannianiſchen Reiches auch auf dem linken Ufer der Donau feſten Fuß gefaßt und gleichſam ein Vorwerk ihrer Herrſchaft errichtet hatten, war es ihnen allmälig gelungen, die Freiheit der Sueviſchen Do⸗ nauvölker zu untergraben und dieſe einſt gefürchteten Feinde in gehorſame Vaſallen und Freunde umzuwandeln. Die Auflöſung des Vannianiſchen Reiches(während des Daciſchen Krieges unter Domitian etwa 86 n. Chr. ¹) äanderte in dieſen Verhältniſſen nichts, ſo daß Tacitus noch am Ende des erſten Jahrhunderts des freundſchaftlichen Verkehrs der Hermunduren mit Rhätien, ſowie der Abhängigkeit der Markomanniſchen und Quadiſchen Könige von Romals beſtehend gedenken konnte. ²) In der erſten Hälfte des zweiten Jahrhunderts ſehen wir die Kaiſer von Zeit zu Zeit Akte der Oberhoheit über die Donauvölker ausüben; Hadrian und Antonin ſchlichteten durch ihr Anſehen die Streitigkeiten derſelben ³), beide ernannten den Qua⸗ den Könige. 4) Aber während ſo Rom noch ganz ſeine alte Stellung dieſen Völkern gegenüber einzunehmen ſchien, ſchwand in Wahrheit ſein Anſehn wie ſein Einfluß auf dieſelben mit jedem Jahre mehr. Von Hadriau's Zeit an entſagten die Kaiſer

¹) Dion. Cass. LXVII, c. 5. 2) Tacit. Germ. c. 42. s) Dion. Cass. LXIX, c. 9. Jul. Capit. in Antin Pio c. 9. Eutrop. Brev. VIII, 4. ) Germanis regem constituit Spart. Hadrian. c. 12. Rex Quadis datus, auf Muͤn⸗ zen des Anton. Pius, vergl. Mediobarbi Imp. Rom. num. Seite 194. 1