Schulnachrichten.
Schon im vorjährigen Programm(S. 89) wurde der Personalveränderungen gedacht, welche das Lehrercollegium zu Ostern 1879 erfuhr. Hier ist dazu nachzutragen, dass beiden in Ruhestand versetzten Lehrern, dem Herrn Prof. Dr. Rumpf und dem Lehrer des Hebräi- schen Herrn Dr. Auerbach, die Ehre zu Theil wurde, dass ihnen bei dem Ausscheiden aus dem Amte von Sr. Majestät dem König der Rothe-Adlerorden 4. Classe verliehen wurde. Die zu derselben Zeit neueintretenden Lehrer berichten über ihre Lebensumstände wie folgt.
Eduard Pelissier, geboren zu Hanau am 16. Januar 1850, Sohn des verstorbenen Inspectors der Kurfürstl. Zeichen-Academie zu Hanau, Theodor Pelissier, verliess im Herbst 1867 das Gymnasium seiner Vaterstadt, besuchte noch die Prima des Gymnasiums zu Frank- furt a. M. und studirte seit Ostern 1868 in Göttingen und Tübingen Philologie. Nachdem er an dem Feldzuge gegen Frankreich theilgenommen, setzte er seine Studien in Leipzig fort und bestand 1875 das philologische Staatsexamen zu Marburg. Nach einem dreijährigen Aufent- halte in Italien und England absolvirte er das Probejahr am Königl. Französischen Gymnasium zu Berlin, von wo er Ostern 1879 in seine jetzige Stellung berufen wurde. 94
Gustav Caster, geboren zu Oberheimbach, Reg.-Bez. Coblenz, am 16. Juni 1853, besuchte von 1870— 1873 das katholische Lehrerseminar zu Montabaur, Reg.-Bez. Wiesbaden, und war sodann an verschiedenen Orten desselben Reg.-Bez. als Lehrer thätig. Am 1. April 1876 trat derselbe aus dem öffentlichen Schuldienste aus und besuchte, behufs Ausbildung zum Zeichenlehrer, die Königl. Kunst-Akademie zu Berlin. Bei einer öffentlichen Ausstellung seiner Arbeiten wurde ihm von dem Senate der Akademie die silberne Medaille sowie eine öffentliche Belobung zuerkannt. Sodann absolvirte er den Cursus der Königl. Turnlehrer-Bildungsanstalt daselbst. Am 1. Mai des Jahres 1878 trat derselbe wieder in den Schuldienst und erhielt zunächst kurze Zeit eine provisorische Anstellung an dem Gymnasium zu Elberfeld; folgte sodann einem Rufe des Rhein. Prov.-Schulcollegiums zu Ceblenz als Seminarlehrer an das Lehrerinnen- seminar nach Xanten. Am 1. April 1879 wurde er zum ordentlichen Lehrer an das hiesige
städtische Gymnasium berufen.
Im Laufe des Schuljahrs wurde der Bestand des Collegiums nur durch den Abgang des Herrn Prof. Dr. Steitz verändert, welcher um Michaelis 1879, durch zunehmende Schwäche des Gehörs und Gesichts in der gedeihlichen Ausübung seiner Wirksamkeit behindert, um seinen


