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Am 27. Mai 1906 wurde in der Aula des Gießener Gymnaliums eine von leinen Schülern und Freunden geftiftete marmorne Gedächtnistafel enthüllt. Sie iſt von dem Leip- ziger Künſtler Lehnert gefertigt und zeigt Schillers Bild in getreuer und lebensvoller Ausführung.i
. Zu Schillers Nachfolger war am 6. Augult 1899 Cfaoeacoeh. Profeſſor Dr. Ludwig Schädel ernannt worden. Ihm ilt nur eine Tjährige Tätigkeit an der Anſtalt belchieden geweſen. Am 5. Auguft 1906 wurde er auf lein Nachluchen in ehrender Weiſe in den Ruheltand verletzt. Sein Nachfolger Dr. Henſell lagt von ihm in dem Pro- gramm von 1907:„Milden und wohlwollenden Sinnes, begeiſtert von ſeinem Berufe, ein glänzender Redner, leitete er ſeit Herbft 1899 in ralftloler Tätigkeit unter mannigfachen ſchwierigen Verhältnillen die ihm anvertrauten Anſtalten“. Die hier erwähnten„ſchwierigen Verhältnille“ näher zu ſchildern, dürfte noch nicht an der Zeit ſein.“ In ihnen lag auch wohl der weſentliche Grund, warum die Dreihundert- jahrfeier des Gymnaſiums, die für Herbſt 1905 geplant war, 3oo lahr verſchoben wurde. Sie hat nunmehr am 11. und feier. 12. Oktober 1907 ſtattgefunden. Der Anſtalt wurde dabei in Erinnerung an ihren Stifter vom Großherzog der Name„Landgraf-Ludwigs-Gymnaſium“ ver- liehen.
Zeitung“ von 1902, No. 148 von Richard Degen, in der„Frankfurter Zeitung“(vom 14. Juni) von Max Meyerfeld.
1 Vgl. den Bericht über die Gedenkfeier im„Gießener Anzeiger“ vom 28. Mai 1906.
2² Einige Quellenangaben dazu finden lich in den„Beiträgen zur hefſiſchen Schul- und Univerfitätsgeſchichte“, Band I, Heft 3, S. 378. Dafelbft ilt auf S. 374 ff. auch Näheres über die oben erwähnte Pen- ſionierung Schillers zu finden. iGh. Rothe, Rieschho"n a R.


