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leicht und gern, indem ich es als ein Großes, beſonders für meine jugend, empfand, auf einen ſo zahlreichen Anwuchs einen heillamen Einfluß zu üben“.—
Noch während Welcker am Gießener Päda-
Schulord- j j jni j j Sanuenn gogium wirkte, war 1812 vom Minilterium eine
1812. neue„Schulordnung für das Großh. Hefſilche academiſche Pädagogium in Gießen““ erlaſſen
worden. Sie brachte wenig Aenderungen gegenüber der Ordnung von 1803. Das log. Fachſyltem belteht noch für Griechiſch, Franzöliſch, Hebräiſch, Rechnen, Schreiben, Zeichnen, Singen. Griechiſch wird in 3 Abteilungen in 3, 4, 3 Wochen- ſtunden gelehrt.: Die Lektüre ilt aber reichhaltiger: als Schriftfteller, die gelelen werden können, werden aufgezähilt Homer, Heſiod, Pindar, Sophocles, Euripides, Plutarch, Demofthenes. Auch kann noch vom griechiſchen Unterricht überhaupt dispenfiert werden; nur bei den künftigen Theo- logen und Medizinern ſoll das nicht ſtattfinden, ſie mülſen mindeftens, um eximiert zu werden, ein Jahr die oberlte Abteilung belucht haben. Uebrigens lelen wir in dem
¹1 Sie iſt auch im Druck erſchienen. Als ſie in Kraft trat, war der Profeſſor der Philofophie Joh. Chrift. Gottlieb Schaumann Pädagogiarch (von 1805— 1821). Von ihm liegt noch ein 84 Foliofeiten umfaffendes „Officielles Tages Protokoll über alle relevanten Ereignilfe im acad. Pädagogio“ vom 24. März 1805 bis 13. Februar 1821 vor, vgl. Schädel, Programm des Gießener Gymnaliums von 1905, S. 28 f.
Wie Welcker den Neuhumanismus, ſo repräſentiert Schaumann die deutſche idealiſtiſche Philoſophie an unſerer Anſtalt; er veröffent- lichte mehrere Schriften im Geifte Kants und Fichtes; vgl. Ludwig Noack,„Philoſophie-geſchichtlicnes Lexikon“(Leipzig 1879), 766. Seine Abhandlung„Ueber die transcendentale Aeſthetik, ein kritiſcher Verſuch“(1789) gilt heute noch in der Kant-Litteratur als achtungs- werte Leiftung: vgl. H. Vaihinger,„Commentar zur Kritik der reinen Vernunft“, Band II(1892), 534.
Anhänger der Kantiſchen frhiloſophnie waren auch die Brüder Chriſtian Wilhelm und Friedrich Wilhelm Daniel Snell, von denen der erfte von 1779— 1784, der zweite von 1784— 1805 Lehrer am Päda- gogium war. Der letztere war ſeit 1790 zugleich außerordentlicher, feit 1800 ordentlicher Profefſor der Philofophie. Ihre zahlreichen philoſophiſchen Schriften tragen einen mehr populären Charakter; vgl. Noack, a. a. O., 826.
Eine nähere Erklärung der Schulordnung von 1812 bietet Ph. Chrilt. Jac. Engel,„Einige Dlachrichten über die gegenwärtige Einrichtung des akademiſchen Pädagogs zu Gießen“, Programm der Pädagogiums von 1823.
2 Da— nach der Angabe Engels— die Schüler von der oberen Abteilung der Tertia an, daran teilnehmen konnten, ſo ergiebt das bei der zweijährigen Sekunda und Prima einen 5jährigen Lehrgang.


