Jugend u. aus Liebe zu ihr auch noch ferner behalt. möchte. Man richtete dieſen Befehl mit möglichſter Treue aus, aber Herr Misler hatte veſt beſchloſſen, ſich dieſer Laſt zu entledigen und was er ſchon etliche Jahre her gewünſcht, annoch zu bitten und zu begeren nämlich daß man ihn endlich befreyen möge, weil es ihm bei ſeinen übrigen Ämtern allzuſchwer falle und groſe Verdrießlichkeit mache. Und weil er dabey unter andern motiven auch ein gewiſſenswerk angeführt und ſich auf eine ſchon ehemals ihm gnädigſt geſchehene Vertröſtung zur Dimission berufen, bat ſelbſt die facultät ihn damit zu begnadigen. Doch ſolle er ſich nur noch auf die bevorſtehende Oſtermeſſe patientiren, und dieſes unter andern auch deswegen weil man im Werk begriffen auf empfangen. fürſtl. Befehl mit ſeinem Rath und zuziehen, eine Verbeſſerung des Pädagogs vorzu⸗ nehmen, wobei man ſeiner nicht gern entbehren wolle, und habe jetzo in thesi eine ausführliche Delineation der lectionum und methodi aufzuſetzen, darin einem ieden, Paedagogiarchae und Praeceptoribus, nach inhalt der statutorum wie dann nach erforderung der Sachen ſelbſten, das ſeine zugeſchrieben werden ſolte was und wie er es zu verricht. es möchte dann ihm succedir. wer da wolle, daß er eine normam laborandi vor ſich befinde.
2) weil es doch auch ratione salarü noch difficultäten ſetzen werde ffehlt: in?] dem Hr. D. Misler das zu dem Paedagogio gegebene salarium à 55 fl. nicht entrathen wolle, vor ſich ſchützend die fürſtl. Promiss und das letzte fürſtl. rescriptum, hergegen auch ein ſolch ſchweres onus einem andern ohnentgeltlich nicht zuzuleg. ſei.
3) zweifle man ſelbſt, ob iemand, der auch in allem dazu tüchtig, und mit autorität, behöriger dexterität und alacrität das gantze Werck zu führen, Vermöglich, alſobald zu finden. Denn das Werck ſei ſchwer, von groſer Arbeit, Sorg und Ver⸗ antwortung, darin Voraus behutſam zu gehen, und wer es verſtehe, wie es ſeyn ſoll, werde ſich bey ſo gethanen Sachen und umbſtänden nicht darum bemühen, oder leichtlich anmelden können, wo er nicht zuvor auf allen Seiten nothiger wirklicher Assistenz verſichert werde. Umb deswegen man auch nicht undienlich, ſondern vielmehr nöthig halte, daß bey Zeiten ein qualificirt subjectum ausgeſucht und benannt werde pp.
Datum Gieſ. d. 16 t Dec. 1667.
unterſchrieb. von Rudrauf p. t. Rect. Weiß Decan. Strauß. Hanneken.
Beigabe 2.
Hus Direktor Schaumann's„Paedagogica. 1805. i. e. officielles Tages Protocoll über alle relevante Ereigniſſe im acad. Pädagogio.“ 84 Folioſeiten.


