Aufsatz 
Das Leben des Agricola von C. Cornelius Tacitus / Uebers. von Friedrich Carl Rumpf
Entstehung
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Wenn es einen Wohnort gibt für die Schatten der Frommen, wenn, wie die Wei⸗ ſen lehren, große Seelen nicht mit dem Kör: per hinſterben: dann ruhe ſanft, und rufe uns, die Deinigen, ab von unmännlicher Sehn⸗ ſucht und weibiſchen Klagen zur Betrachtung deiner Tugenden, die wir weder betrauern, noch bejammern dürfen. Durch Bewunde⸗ rung vielmehr, als durch verhallendes Lob, und, wenn unſere Kraft es vermag, durch Nacheiferung wollen wir dich verherrlichen. Darin beſteht die wahre Ehre, darin die Zärt/ lichkeit der nächſten Verwandten. Auch der Tochter und der Gattin möchte ich empfehlen⸗ ſo des Vaters, ſo des Gatten Andenken zu ehren, daß ſie alle Thaten, alle Worte de 4 ſelben ſich zurückrufen; und inniger ſeines Geiſtes, als ſeines Körpers Form und Bi umfaſſen. Nicht als glaubte ich Einſprache thun zu müſſen gegen Abbildungen in Mar mor oder Erz; allein wie die Züge des Men⸗ ſchen, ſo iſt auch die Nachbildung der Züge vergänglich und hinfällig, die Form des 4 ſtes dauert ewig, welche man feſthalten in nachbilden kann, nicht durch fremden Sto und Kunſt, ſondern durch den eigenen au⸗ del. Was wir an Agricola liebten, was un an ihm bewunderten, das dauert und mif dauern in den Gemüthern der Menſchen⸗ d

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