Aufsatz 
Das Leben des Agricola von C. Cornelius Tacitus / Uebers. von Friedrich Carl Rumpf
Entstehung
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währende Sage, er ſey durch Gift hinwegge⸗ raäumt worden. Daßz wir keine Gewißheit darüber haben, wagt ich zu verſichern: übri⸗ gens kamen während der ganzen Krankheit deſſelben häufiger, als es gewöhnlich iſt, wenn ein Fürſt ſich durch Boten nach dem Befinden erkundigt, die vornehmſten der Freigelaſſenen und die vertrauteſten Aerzte, mochte dieß nun Sorgfalt, oder Ausſpähung ſeyn. Bekaunt iſt wenigſtens, daß er am Todestage durch aus⸗ geſtellte Eilboten die ſtufenweiſe Abnahme des Lebens ſich melden ließ, ohne daß jemand glaubte, er laſſe eine ihm traurige Nächricht ſo beſchleunigen. Doch den Schein der Be⸗ trübniß äußerte er in Empfindung und Mie⸗ nen, des Haſſes nun nicht mehr achtend, und leichter Freude verheelend, als Furcht. Be⸗ kannt genng war es, daß er, als er Agri⸗ colas Teſtament geleſen, worin dieſer Domi⸗ tian zum Miterben der beſten Gattin und liebevolleſten Tochter ernannt hatte, ſich dari⸗ ber, wie über ein ehrenvolles Urtheil, freute⸗ So verblendet und verdorben war ſein Sinn durch beſtändige Schmeicheleien, daß er nicht,

einſah, ein guter Vater ernenne nur einen

böſen Fürſten zum Erben. 4 44. Agricola war geboren den 135ten. Ju⸗

nius, im 3ten Conſulat des Cajus Esſar⸗ ½ 1 3

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