Aufsatz 
Hippolytos : Tragödie des Euripides ; (Dem Großherzoglichen Gymnasium zu Gießen zum Feste seines dreihundertjährigen Bestehens gewidmet) / In dt. Verse gebracht von Otto Altendorf
Entstehung
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37 (Ein Reitknecht des Hippolytos tritt ſeitlich mit haſtigen Schritten auf.) Chorführerin. Seht doch, ein Reitknecht des Hippolytos eilt hier mit finſtrem Blick zur Königsburg. Zote. Wo find' ich wohl den Herrſcher dieſes Landes, Theſeus? Ihr Frauen, ſagt mir's, wenn ihr's wißt. 1165 Iſt er vielleicht hier drinnen in dem Hauſe? (Theſeus tritt heraus.) Chorführerin. Hier kommt er grade ſelbſt aus dem Palaſt. gote. Dir bring' ich, Theſeus, eine Trauerkunde, und allen Bürgern, die Athen bewohnen ſowie die Marken des troizenſchen Landes. 110 Theſeus. Was gibt's. Es hat doch nicht ein neues Unheil betroffen beide nachbarlichen Städte? gote. Hippolytos iſt nicht mehr, iſt verloren. Nur kurze Zeit erſchaut er noch den Tag. Theſeus. Von wem ward er getötet? Tat's ein Feind, 1165 dem er wie mir das Weib geſchändet hat? Zote. Sein eigenes Geſpann hat ihn getötet und das Gebet aus deinem Mund, worin du um Vernichtung deines eignen Sohnes den Herrn des Meeres, deinen Vater, flehteſt. Theſeus. So haſt du meinen Fluch erfüllt, Poſeidon? 1170 Daran erkenn' ich dich als meinen Vater. Wie kam er um? Erzähle, wie das Schwert der Rache traf den Schänder meiner Ehre. gote. Wir ſtanden nah am flutbeſpülten Strand, das Haar der Roſſe mit dem Striegel kämmend, unns und weinten; denn ein Bote war gekommen, der uns verkündete, Hippolytos dürfe nicht fürder hier im Lande weilen. Bald kam er ſelbſt und ſang uns am Geſtade dasſelbe tränenreiche Trauerlied, und mit ihm kam und folgt' ihm auf dem Fuße uuso der Jugendfreunde ungezählte Schar. Doch endlich unterbrach er ſeine Seufzer und ſprach:Was hilft mein Klagen? Meinem Vater muß ich gehorchen. Schirrt die Pferde, Diener, und ſpannt ſie an den Wagen! Dieſe Stadt die ich geliebt, beſteht für mich nicht mehr. uuss Wie eilte ſich ein jeder da von uns! Wir führten ſchneller, als man ſagen könnte,