Aufsatz 
Beitrag zur Geschichte des landesherrlichen Kirchenregiments in den evangelischen Gemeinden zu Frankfurt am Main / Ernst Trommershausen
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Schulkollegiums folgend, die Errichtung einer gröſseren Turnhalle an der Junghofstraſse ins Auge gefaſst. Indessen erhoben sich bei näherer Prüfung gegen diesen Plan schwerwiegende Bedenken. Käme er zur Ausführung, so würde der ohnehin nicht geräumige Schulhof um ein beträchtliches verkleinert und der Zufluſs frischer, gesunder Luft zu dem auf allen Seiten von hohen Gebäuden umgebenen Platze noch mehr als bisher gehemmt werden. Ebensowenig schien sich die Wiederaufnahme des schon im Jahre 1883 gemachten Vor- schlags zu empfehlen, nach dem eine Turnhalle und eine Aula darüber im Anschluſs an die beiden Gebäude des Gymnasiums nach der Neuen Rothofstraſse hin erbaut werden sollte. Gegen diesen Vorschlag sprach, abgesehen von dem Zweifel, ob eine ausreichende Belichtung der Turnhalle sich erzielen lieſse, einmal der Umstand, daſs er die Einziehung zweier Klassenzimmer erfordern würde, um einen Vorraum für die Turnhalle und einen Zugang von dem Hintergebäude nach der Aula zu gewinnen, und dann hauptsächlich die Erwägung, daſs trotz des erheblichen Kostenaufwandes verschiedene Ubelstände, unter denen gegenwärtig das Lessing-Gymnasium zu leiden hat, auf diesem Wege nicht behoben würden. Zu diesen Ubelständen ist in erster Linie die Verteilung der Unterrichtsräume auf zwei Gebäude zu rechnen, die in keiner unmittelbaren Verbindung mit einander stehen. Durch eine solche Trennung wird der Zusammenhang der Anstalt gestört und eine einheitliche Leitung in hohem Maſse erschwert. Mit Kücksicht auf die dargelegten und noch andere Mifsstände und Unzuträglichkeiten, die sich seit Jahren fühlbar gemacht haben, sind die städtischen Behörden nunmehr dem Gedanken näher getreten, auch für das Lessing-Gym- nasium an einem anderen, zu diesem Zwecke geeigneten Platze einen Neubau zu errichten. Wenn wir uns auch nicht verhehlen, daſs der Ausführung dieses Planes zur Zeit noch groſse Schwierigkeiten entgegenstehen, so hegen wir doch die feste Zuversicht, daſs es dem Wohlwollen und der Einsicht der städtischen Behörden gelingen werde, die für die Zukunft unserer Anstalt so wichtige Frage zu einer befriedigenden Lösung zu bringen.

2. Veränderungen im Lehrerkollegium.

Mit dem Schluſs des voraufgehenden Schuljahres beendete Herr August Knoegel sein Probejahr; er ist seitdem als wissenschaftlicher Hilfslehrer an der Anstalt beschäftigt. Zu derselben Zeit wurde Herr Dr. Eugen Meyer zur Ableistung des Probejahres der Anstalt überwiesen.

Michaelis 1896 trat Herr Professor Dr. Israel-Holtzwart in den Ruhestand, nachdem er seit 1871 in dem städtischen Schuldienst gestanden hatte und zunächst an der Musterschule, dann von Michaelis 1893 ab an dem Gymnasium und zwar vorzugsweise an der Abteilung II thätig gewesen war. Ein hartnäckiges Leiden, wegen dessen ihm schon mehrere Jahre hindurch eine Unterrichtserleichterung gewährt worden war, lieſs eine gröſsere Schonung der Krafte ratsam erscheinen, als sie bei der Anstrengung des Unterrichts mög- lich war. Wir sahen den durch hervorragende wissenschaftliche Tüchtigkeit, ungewohn- liches Lehrgeschick und persönliche Liebenswürdigkeit in gleichem Maſse ausgezeichneten Kollegen nur mit groſsem Bedauern scheiden. Er hat es, wie wenige, verstanden, seine Schüler gründlich zu fördern und zugleich ihre Herzen zu gewinnen. Das zeigte sich auch bei dem Abschiede, wo die Klassen, in denen er zuletzt unterrichtet hatte, in Beweisen der