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III. Chronik.
1. Eröffnung des Lessing-Gymnasiums.
Bis zum Ablauf des Jahres 1896 waren die beiden Abteilungen des Städtischen Gym- nasiums in derselben Weise wie in den vorausgehenden Jahren seit Ostern 1892 mit einander verbunden. Die Oberleitung der Gesamtanstalt lag in den Händen des Herrn Direktors Dr. Reinhardt, während mit der Führung der Abteilung II der Unterzeichnete betraut war. Mit dem Beginne dieses Jahres gelangte die vollständige Trennung der beiden Abteilungen zur Durchführung. Die Abteilung I, das jetzige Goethe-Gymnasium, bezog ihr neues, stattliches Heim an der Bahnstraſse, die Abteilung II, die nunmehr als selbständige Anstalt den Namen Lessing-Gymnasium führt, verblieb in den alten Räumen des Städtischen Gymnasiums an der Junghofstraſse. Beide Gymnasien bilden eine Fortsetzung des Städtischen Gymnasiums, aus dem sie hervorgewachsen sind; als Schwesteranstalten suchen sie hinfort in friedlichem Wettstreit das gleiche Ziel, wenn auch auf verschiedenen Wegen, zu erreichen.
Zum Direktor des Lessing-Gymnasiums wurde durch Magistratsbeschlufs vom 10. Juli 1896 der Unterzeichnete gewählt, der seit Ostern 1884 dem Lehrerkollegium des Städtischen Gymnasiums angehört hat(vgl. Programm 1885 S. 70). Die Allerhöchste Bestäâtigung fand die Wahl am 6. August 1896.
Die Eröffnung des Lessing-Gymnasiums fand am 7. Januar im kleinen Saale des Saalbaues statt. Es war eine hohe Ehre für unsere Anstalt, daſs Seine Excellenz Herr Oberpräsident Magdeburg der Feierlichkeit beiwohnte und den Unterzeichneten in sein Amt einführte. Mit dem Herrn Oberpräsidenten war Herr Provinzial-Schulrat Geheimer Regierungsrat Dr. Lahmeyer als Vertreter des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums erschienen; seitens der städtischen Behörden beehrten Herr Oberbürgermeister Adickes, Herr Stadtrat Grimm und die Herren Mitglieder des Kuratoriums die Feier mit ihrer Gegenwart. Nachdem der Herr Oberpräsident die Einführung vorgenommen hatte, gab Herr Geheimer Regierungsrat Dr. Lahmeyer in herzlichen Worten den Wünschen Aus- druck, die er für das Gedeihen des Lessing-Gymnasiums hege; zugleich sprach er die Hoff- nung aus, daſs es dem Unterzeichneten mit Gottes Hilfe gelingen werde, in seiner schwie- rigen und verantwortungsvollen Stellung eine gesegnete Wirksamkeit zu entfalten. Namens des Kuratoriums richtete sodann Herr Stadtrat Grimm eine Ansprache an den Unter- zeichneten und wies darin auf die Fürsorge hin, die die städtischen Behrden von jeher dem hõöheren Schulwesen zugewendet und bei der nunmehr vollzogenen Trennung des Gymnasiums in zwei selbständige Anstalten von neuem bethätigt hätten; auch für die Zukunft könne das Lessing-Gymnasium der stetigen Förderung und Unterstützung durch die städtischen Behörden sicher sein. Der Unterzeichnete dankte in seiner Erwiderung


