Aufsatz 
Die politische Geschichte der Frankfurter Juden bis zum Jahre 1349 / vom ... I. Kracauer
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Würzburgi), Rotenburg²) und andere der Name Frankfurt ver- gebens gesucht wird?

Wiederholt hat er dem Rat der Stadt zur Pflicht gemacht, die Juden zu schirmen.Wir haben ihnen verheißen, schreibt er ihm von Nürnberg aus im Juli 1331,daß... niemand sie dränge noch an sie eine Forderung stelle, wodurch sie beschwert würden und ihnen Schaden erwachse,... wir heißen auch, daß ihr sie tröstet. Ja der Kaiser gebot sogar dem Rat, wenn er sich selbst einen Uber- griff gegen sie erlauben wollte, dann ebenso für sie gegen ihn ein- zutreten, als ob dem Rate selbst Gewalt geschehen solltes).

Am wirksamsten aber erwies sich sein Schutz in den Jahren 1336 und 1337. Damals traf die Juden im Elsaß, am Rhein und im südwest- lichen Deutschland bis tief nach Schwaben hinein eine furchtbare Verfolgung. Mehr als fünftausend Bauern, mit Dreschflegeln, Heu- gabeln, Spießen und Axten bewaffnet, scharten sich um zwei Edel- leute, die sich König Armleder nannten, von dem Leder, das sie um den Arm gewunden hatten¹4). Raubend und mordend fielen sie über die Judengemeinden her, angeblich, um den Kreuzestod Christi im Blut der Juden zu rächen. Da machte der Kaiser der Verfolgung dadurch ein Ende, daß er den einen der beiden Armleder gefangen- nehmen und hinrichten ließ. In dieser Bedrängnis der Juden hat sich Ludwig keiner Gemeinde in dem Grade angenommen wie der Frankfurter. Auf Bitten des Rates schärfte er den mächtigsten Dynasten in ihrer Umgebung, dem Grafen Ulrich von Hanau und dem Herrn von Eppsteinvast und ernstlichen eins), die Juden zu schirmen, die Judenschläger so nannte man die Scharen Armleders nicht in das Gebiet der Stadt zu lassen, sondern bei einem derartigen Versuch über sie herzufallen.

Ahnliche Weisungen erhielt der Erzbischof von Mainz. Gemein- sam mit dem Frankfurter Rat sollte er geeignete Veranstaltungen zur Verteidigung der Juden treffen²). Durch diese Maßregeln ein- geschüchtert, hielten sich die Armlederschen Scharen von Frank- furt fern.

Das Jahr darauf erschien Ludwig selbst in Frankfurt und hielt jenen folgenschweren Reichstag daselbst ab, der die Anmaßungen des Papstes, Richter des deutschen Königs zu sein und in seine

) S. 29 Nr. 28.

2) I. c. Nr. 30.

³) Boehmer-Lau II, S. 310 Nr. 415. S. auch das kaiserliche Schreiben an den Rat, datiert München 1337 vom 15. April I. c. S. 460 Nr. 610. Es schließt mit den Worten: und haltent si bi irer gewonheitten und rechten, als si herbracht habent, als lieb iuch unser furderunge si.

4) Graetz Band VII S. 326.

5) Das Schreiben des Kaisers ist datiert: Schleusingen 1337, August 17(Boehmer- Lau II, S. 471 Nr. 622).

) Boehmer-Lau II, S. 472 Nr. 624, datiert Bamberg 1337, August 22.