58
B. Lehrer.
Dem Herrn Conrector Dr Lommatzsch verlieh Ein Hohes Minisferium der Geistl.
und Medicinal-Angelegenh. duren ein Rescript vom 10ten Oct. 1835 den Professor-Titel.
2) Herr Dr. Sehmidt, Lehrer der Geschichte am Königl. Cadetten-Corps, welcher drei Jahre hindurch aushelfend den Unterricht in Prima mit sehr glücklichem Erfolge geleitet hatte, verliess zu Ostern 1835 die Anstalt, da dieser Unterricht jetzt durch einen ihr ange- hörigen Oberlehrer versehen werden konnte.
3) Herr Duvinage, der acht Jahre hindurch den französischen Unterricht in den beiden oberen Klassen mit Erfolg geleitet, wurde durch vielscitige Beschäftigung an andren höhern Lehranstalten genöthigt, denselben aufzugeben.
4) Herr Schulamts-Candidat Wirth, aus Elberfeld, der in die Stunden des Herrn Duvinage zu Ostern 1835 eingetreten war, auch den französischen Unterricht in Unterquarta übernommen hatte, folgte im Oct. 1835 einem Rufe an das Gymnasium zu Elberfeld.
5) Die Schulamts-Candidaten Herr Städler und Herr Thilenius, welche zu Michaelis 1835 ihr Probejahr an dem Real Gymnasium beendigt hatten, verliessen die Anstalt und übernahmen anderweitige Anstellungen.
6) Herr Dr. Conrad, Professor am Königl. Joachimsthalschen Gymnasio übernahm den Unierricht der Prima-Classe im Französischen.
7) Herr Adolph Philippi, geboren zu Hamburg 1809(12. Jan.), daselbst auf dem Johanneum und dem academ. Gymnasium vorgebildet, nach vollendeten dreijährigen Studien der Philosophie und der neueren Sprache in Bonn(1830, 31) und Berlin(1831, 32, 33) im September 1833 zum Obeslehrer geprüft, und von der Zeit an am Friedrich-Werderschen Gymnasium allhier theils zur Ableistung des Probejahrs bis zu Ostern 1835 iheils als Hülfs- lehrer beschäftigt, übernahm seit Michaelis 1835 den englischen Unterricht in Tertia, den französischen in Untertertia und Unterquarta und einige lateinische Stunden in Quarta.
8) Die Schulamts-Kandidaten, welche zu Michaelis v. J. eingetreten sind, um ihr Probejahr an der Anstalt abzuleisten, sind Herr Schröder und Herr Sceger.
C. Schüler.
Von 395 Schülern verlor die Anstalt im abgelaufenen Schuljahre einen durch einen be- klagenswerthen Unglücksfall.
Paul Gustav Immanuel Licht, Sohn des Herrn Deichrentmeisters Licht zu Giesshof bei Wriezen, ein sehr wohlgearteter fleissiger Tertianer(16 Jahr alt), machte mit seinen beiden Brüdern, wovon der ältere(20 Jahr alt) unsre Anstalt bereits als Secundaner verlassen hatte, und der jüngere ihr jeizt noch angehört, während der Hundstagsferien eine Reise zu seinen Eltern, und verunglückte beim Baden mit dem älteren Bruder in der, Oder.
Beide Zöglinge haben sich während ihres Schulbesuchs die Liebe ihrer Lehrer erworben, welche den tiefen Schmerz der durch diesen doppelten Verlust tief gebeugten Eltern theilen.


