Aufsatz 
Der allgemeine Unterschied des römischen Lautgesetzes von dem der übrigen Sanscritasprachen : Abhandlung / [Albert Agathon] Benari
Entstehung
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die Sprache neben der, Breite der Consonantischen Auflösung in der Contraction den Grad der Festigkeit, die ihr sonst durch den Mangel der Diphthongisirung abgeht*).

Fassen wir nun nach dieser Seite hin den Charakter der drei antiken Sprachen zusammen, so ergiebt sich für das Sanskr. der gehörige Grad der Be- wahrung und der Auflösung des Diphthongen nach beiden Seiten hin. Somit nie Hiatus, nicht Ueberfülle der Diphthonge, die nur vor Consonanten, noch der Auflösungen, die nur zwischen Vocalen eintreten können; im Griech. Starrheit des Diphthongen, somit oft Hiatus, der den Mangel der liquiden Buchstaben einiger Maassen ersetzt, Formen wie εxtᷣuen milderten die Starrheit, die entstehen würde, wenn die gehäuften Diphthongen nur vor Consonanten ständen; im Römischen Auflösung der Diphthonge; desshalb von dieser Seite her selten nur Hiatus; dabei die Breite der auseinandergezogenen Silben wiederum gemildert durch die Freiheit des Ausstosses des Halbvocales und die daraus hervorgehende Contraction. Wenn also im Sanskr. beide Seiten als ausgebildet und vollkommen erscheinen, so haben sich die antiken classischen Sprachen jede nur nach einer Seite hingeworfen; dem imwohnenden Sinne nach Schönbeit aber ist es gelungen, die durch solche Einseitigkeit entstandenen Mängel zu heben, so weit überbaupt solche äussere Mittel es vermögen. Also Formen wie xeĩeνevwro sind Römisch unmöglich,(wie später sich zeigen wird); Formen wie amaverunt, navis, sind dem Griech. fremd; das Sanskrit hat beide, und beide zwar an ihrer rechten, der Natur der Sache nach entspre- chenden Stelle. Darin aber bleiben die antiken Sprachen z. B. dem Germanischen überlegen, dass sie von dem Grundgesetze der Diphthongbildung durch starres und

flüssiges Element nie abwichen.

Nach diesen allgemeinen Erörterungen ist es uns erlaubt zu dem Einzelnen überzugehen, und zuerst zu fragen, welche von den organischen Diphthongen, die nach den einfachen Elementen möglich sind, das Römische kenne. 3

Die Grammatiker haben es an einer grossen Zahl von Diphthongen, nicht ſehlen lassen, fast keinen derjenigen welche im Griechischen im Gebrauch waren, findet man bei der Aufzählung übergangen. Zunächst eine Bemerkung rücksichtlich des Graphischen und des Phonetischen in der Sprache. Es ist unwahr, was neuerdings vielfach behauptet ist, dass die Sprache dieselben Fortschritte im Zeichen beobachte, den sie im Tone ausdrückt. Man braucht nur etwa Grimms For- schungen und sorgsame, sowohl etymologische als phonetische Scheidung des Ahd. e mit dem einen für alle Modificationen vorhandenen Zeichen zu vergleichen, um zu

*) Ich meine amavisti, amasti; amaverunt, amarunt; novisti, nosti; covinctus(nicht con- junctus)= cunctus; Jovipiter= Jupiter, Joviglans= Juglans; nur wo der Charakter einer Endung oder eines Stammes verloren ginge, wie in amavit= amat kann natürlich weder Wegwerfung noch Contraction entstehen.