Aufsatz 
Geschichte des Seminars für Volksschullehrerinnen zu Darmstadt : (1902-1926) / [Verf. Oberstudiendirektor Dr. Jacobi]
Entstehung
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mußten. Mit einer kurzen Eröffnungsfeier begann der Unterricht in dem neuen Gebäude am 2. November.

Es ſtand uns nun ein ſehr großer und ſchöner Turnſaal zur Ver⸗ fügung, der zugleich als Feſtſaal benutzt werden kann. Darum ver⸗ anſtalteten wir auch ſchon am 5. März 1922 eine größere Entlaſ⸗ ſungsfeier unſerer erſten Klaſſe, zu der auch die Eltern und An⸗ gehörigen dieſer Klaſſe eingeladen worden waren. Die Veranſtaltung er⸗ freute ſich eines außerordentlich ſtarken Beſuchs, der von dem eines Elterntags am 9. Juli 1922 faſt noch übertroffen wurde.

Die übergroße erſte Klaſſe des Schuljahres 1921/22 mußte geteilt werden, darum wurde trotz der Sperre für die unterſte Aufbauſchulklaſſe keine Lehrkraft in dieſem Schuljahre entbehrlich. Erſt nach Schluß dieſes Schuljahres wurden Frl. Rodrian nach der Mädchenmittelſchule I, Seminarlehrer Pickert unter Ernennung zum Studienrat an den Pä⸗ dagogiſchen Kurſus verſetzt.

Für die 6. Aufbauſchulklaſſe waren 1922 ſehr zahlreiche Meldungen eingelaufen. Aufgenommen wurden 28 Schülerinnen im Alter von 13 und Jahren. Gegen die Aufbauſchulklaſſen der Lehrerſeminare, an denen das Franzöſiſche die pflichtmäßige Fremdſprache bildet, iſt es für uns das Engliſche. Wir werden demnach auch in unſerer Aufbauſchule den anderen des Landes gegenüber eine Sonderaufgabe zu löſen, nämlich zu zeigen haben, daß das Engliſche den gleichen Bildungswert beſitzt wie das Franzöſiſche. In den anderen Fächern unterſcheiden ſich Aufgabe und Ziel kaum von denen der übrigen Anſtalten dieſer neuen Schulart.

Einen Teil des Unterrichts des Seminarlehrers Pickert 10 Stun⸗ den wöchentlich übernahm Lehramtsaſſeſſor Dr. Avemarie; Lehrer Borngäſſer erteilte den Klavierunterricht in Klaſſe 6.

Für Ende des Schuljahres 1922/23 hatte der Direktor um ſeine Verſetzung in den Nuheſtand nachgeſucht. Da jedoch das Landesamt für das Bildungsweſen zu Beginn des neuen Schuljahres über die Wahl ſeines Nachfolgers noch nicht ſchlüſſig war, ſo wurde er erſucht, bis zur Entſcheidung weiter im Amte zu bleiben. Dieſe erfolgte dann Ende Mai mit der Ernennung des Stadtſchulrats Prof. Pfaff zum einſtwei⸗ ligen Vertreter des Direktors mit Wirkung vom 1. Juni. Da der ge⸗ ſchätzte Kollege von 19031914, der wichtigſten Zeit ihrer Entwicklung, an der Anſtalt gewirkt, an der Ausgeſtaltung ihrer inneren Entwicklung tätigen Anteil genommen und auch nach ſeiner Ernennung zum Stadt⸗ ſchulrat ihr gegenüber ſtets noch ein warmes Intereſſe bekundet hatte, ſo begrüßten wir dieſe Entſcheidung des Landesamtes mit aufrichtiger Freude.

Der Direktor erhielt wie Frl. Streb einen Arlaub bis zum 30. September. Unmittelbar vor Ablauf dieſes Urlaubs veranſtaltete das Seminar den beiden Scheidenden, die ſeit der Gründung ununterbrochen an der Anſtalt gewirkt hatten, eine Abſchiedsfeier, die auch Herr Mini⸗ ſterialdirektor Urſtadt mit ſeinem Beſuche beehrte. Nach einem Vor⸗ trag des ſcheidenden Direktors über das Thema:Von Lebens⸗ erfahrungen zu Lebensgrundſätzen richteten die Herren Miniſterialdirektor Urſtadt im Namen des Landesamts, Prof. Pfaff für die Anſtalt, Prof. D. Matthes im Namen des Lehrkörpers, Frl. Lieſel Weber aus der erſten Klaſſe für die Schülerinnen warme Worte der Anerkennung an die Scheidenden, auf die der Direktor den einzelnen Rednern mit herzlichem Dank erwiderte. Geſangliche und muſi⸗ kaliſche Darbietungen der Schülerinnen und des Studienrats Dr. Kreicke⸗ meier umrahmten Vortrag, Anſprachen und Erwiderungen dieſer be⸗ ſonders für die Scheidenden erhebenden Feier, die Zeugnis davon ablegte,

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