Aufsatz 
Geschichte des Seminars für Volksschullehrerinnen zu Darmstadt : (1902-1926) / [Verf. Oberstudiendirektor Dr. Jacobi]
Entstehung
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Am 16. Juni 1919 ſchied Seminarlehrer Maurer wegen ſeiner Ernennung zum Freisſchulinſpektor von Büdingen aus unſerer Mitte. Sein Nachfolger war Lehramtsaſſeſſor Dr. Mahr.

Lehramtsaſſeſſor Dr. Avemarie, der am 16. Juni als Volontär bei uns eingetreten war, ſchied wegen ſeiner Verſetzung an die Eleonoren⸗ ſchule am 14. Auguſt 1919 wieder aus.

Am 15. Auguſt 1919 ſchied Frl. Krick aus dem Schuldienſt wegen ihrer Verheiratung; ihre Nachfolgerin, Frl. Rodrian aus Wimpfen, war auch Schülerin der Anſtalt.

Vom 1. Dezember 1919 bis 15. Februar 1920 wurde der AUnterricht mit verkürzter Unterrichtszeit wegen Kohlenmangels wieder in der Mittelſchule II abgehalten.

Nach den heſſiſchen Ausführungsbeſtimmungen des Art. 143 der Weimarer Verfaſſung nahmen die heſſiſchen Seminare Oſtern 1920 zum letzten Male Schüler in die 6. Seminarklaſſe auf, ſo daß zu Oſtern 1926 die letzte Entlaſſungsprüfung abzuhalten iſt. Da jedoch über die ſo⸗ genannten Aufbauſchulen trotz der wiederholten amtlichen Aufklärungen der Schulbehörden über dieſe neue Schulart im Lande noch recht große Unklarheit herrſchte, ſo waren die Anmeldungen derart ſpärlich, daß nur je eine Aufbauſchulklaſſe an den Seminaren zu Alzey und Bensheim errichtet wurden, für Darmſtadt und Friedberg trat Sperre ein.

Anfangs Juli 1921 erkrankte unſer Amtsgehilfe Mink ſo heftig, daß er beurlaubt und durch den dienſtfrei gewordenen Amtsgehilfen Fenchel von dem zu Oſtern 1921 eingegangenen Neuen Gymnaſium vertreten werden mußte. Die Krankheit wurde zuſehends ſchlimmer, und man mußte anfangs Oktober zu einer Operationeſchreiten, durch die eine unheilbare Krankheit feſtgeſtellt wurde, der er am 15. Oktober erlag. Der Lehrkörper und die Schülerinnen gaben ihm das letzte Geleite. Unter Würdigung der Verdienſte des pflichttreuen Beamten legte der Direktor im Namen des Lehrkörpers als äußeres Zeichen der Hoch⸗ ſchätzung einen Kranz an der Bahre des ſo früh Dahingeſchiedenen nieder. Zu ſeinem Nachfolger wurde Amtsgehilfe Fenchel ernannt.

Obwohl ſich unſer Anſtaltsgebäude in der Hermannſtr. 47 ſchon einige Jahre nach der Gründung des Seminars als zu klein erwies, es fehlte, um nur einiges zu erwähnen, an den nötigen Räumen für die naturwiſſenſchaftlichen Sammlungen und Apparate und den natur⸗ wiſſenſchaftlichen Unterricht, an einem Turnſaale, einem geeigneten Zei⸗ chenſaal, einem Singſaal, einem Raum für die Bücherei ſo ſah man zunächſt von der Errichtung eines Neubaus ab, weil die wirtſchaftliche Lage des Landes Ausgaben nicht zuließ, die nicht unbedingt nötig waren, und weil außerdem in abſehbarer Zeit eine Verſchmelzung der beiden hieſigen Gymnaſien zu erwarten und infolgedeſſen mit einem Frei⸗ werden des Gymnaſialgebäudes in der Lagerhausſtraße zu rechnen war. Dieſes Ereignis trat Oſtern 1921 ein. Das freigewordene Gebäude ſollte neben unſerer Anſtalt auch den Pädagogiſchen Kurſus aufnehmen, der im Erdgeſchoß untergebracht wurde. Größere bauliche Veränderungen und Reparaturen verzögerten jedoch die Äberſiedlung in das neue Heim bis Ende Oktober. Trotz derdrangvollen Enge des alten Heims fühlten wir uns wegen ſeiner herrlichen Lage dem Prinz⸗Emilgarten gegenüber und der Fülle des Sonnenlichts, das ungehindert in unſere Näume ein⸗ drang, dort äußerſt behaglich, und Lehrer und Schülerinnen bedauerten bei der kurzen Abſchiedsfeier, bei der der Direktor die einzelnen Phaſen der Entwicklung der Anſtalt und die Erlebniſſe in den 19 Jahren ihres Beſtehens kurz ſkizzierte, daß wir endgültig aus dem alten Hauſe ſcheiden

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