Aufsatz 
Einige Nachrichten über die gegenwärtige Einrichtung des akademischen Pädagogiums zu Giessen, zunächst für die verehrten Aeltern der uns anvertrauten Zöglinge : Einladungsschrift zu den ... anzustellenden öffentlichen Prüfungen und Redeübungen / von Philipp Christian Jacob Engel
Entstehung
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14 ſie ihm nüßen. Höchſt nachtheilig wirkt es daher in dieſer Hinſicht, wenn von Aeltern in Gegenwart der Kinder unvorſichtige, tadelnde Urtheile über Lehrer gefällt werden, wodurch liebloſes Urtheilen auch bey dieſen erzeugt, treue Anhänglichkeit an Wohlthäter un⸗ terdrückt und das Gedeihen des Unterrichtes gehindert wird.

Ein anderer, nicht weniger zu berückſichtigender, Punkt iſt der⸗ daß Aeltern nicht ſogleich jeder Erzählung ihrer Kinder über unan⸗ genehme Vorfälle, die ſie betroffen haben, Glauben beymeſſen, ſondern ſich vor allen Dingen nach dem wahren Stand der Sache erkundigen. Zuweilen iſt es allerdings der Fall, daß Kinder ih⸗ ren Aeltern die Wahrheit erzählen, dabey aber Umſtände weglaſ⸗ ſen, welche nicht nur zum Verſtändniß des ganzen Vorfalls höchſt nothwendig ſind, ſondern denſelben auch in ein ganz anderes Licht ſehen, als die einſeitige Erzählung der Kinder vorher darüber ver⸗ breitet hatte.

Wenn die Schüler an Ordnung, Fleiß und ausdauernde Thätigkeit, dieſe trefflichen Begleiterinnen im Leben, gewöhnt wer⸗ den ſollen; ſo iſt es ferner erforderlich, daß keine Stunde ohne die größte Roth verſäͤumt werde. Die bloſe Einwilligung der Ael⸗ tern kann vor Strafe nicht ſchüßen. Denn von einer Unterrichts⸗ Stunde kann nur der Lehrer, der ſie hält, dispenſiren. Dieſe Er⸗ laubniß muß aber vor und nicht nach der Stunde eingeholt werden, weil ſonſt ein eigenmächtiges Verfahren immer tiefer einreißen vürde

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