Die Erforſchung der Römerſtätte. 73
heim, und wenn heute die archäologiſche Welt und insbeſondere die römiſch⸗ger⸗ maniſche Wiſſenſchaft mit Kchtung auf die heddernheimer Lokalforſchung und ihre reichen Ergebniſſe blickt, ſo iſt dies ſein Verdienſt. Nachdem er bereits vorher durch wichtige Unterſuchungen im Limesgebiet, namentlich durch die Entdeckung mehrererkKaſtelle und der römiſchen Zentralziegeleien bei Nied, ſowie durch die Er⸗ forſchung des römiſchen Straßennetzes in der Main⸗Riddaebene die Limesforſchung weſentlich gefördert hatte, gelang es ihm endlich, den militäriſchen Kern der römiſchen Siedelung bei Heddernheim, das Steinkaſtell, feſtzuſtellen, vor allem aber auch zugleich ſichere Anhaltspunkte für die Chronologie der römiſchen Un⸗ lagen zu ermitteln, und das Verhältnis des Raſtells mit ſeinem Lager⸗ dorfe zur ſpäteren Stadt klarzuſtellen. Dieſe Seſtſtellungen waren für die geſamte Limeswiſſenſchaft von weittragender Bedeutung. Die heddernheimer Sorſchung aber wurde durch ſie auf eine ganz neue Baſis geſtellt. Raſch erweiterten ſich durch Wolffs unermüdliche Krbeit die Erkenntniſſe über das römiſche heddern⸗ heim. Die Stadtmauer, die zahlreichen Befeſtigungen, die Töpfereien, die Gräber, die Weſtthermen uſw. wurden gefunden oder doch abſchließend unterſucht und ſo das Bild der alten Römerſtätte nach allen Seiten hin ergänzt und erweitert, ſo daß heute die heddernheimer Sorſchung mit im Vordergrunde des wiſſenſchaftlichen Intereſſes ſteht. Ein weiteres Verdienſt Wolffs iſt es auch, den erſten topographiſch genauen plan der Römerſtätte im Maß⸗ ſtabe 1: 1000 gezeichnet zu haben, der heute die Grundlage aller Forſchungen im heddernheimer Gebiet bildet.— Endlich aber gelang es dem verdienten Gelehrten, die Kusgrabungstätigkeit im heddernheimer Felde auf eine breitere Baſis zu ſtellen, indem er die Unregung dazu gab, daß die an der Unterſuchung der Römerſtätte intereſſierten Rreiſe von Frankfurt ſich vereinigen möchten, damit durch gemein⸗ ſame Tätigkeit und größere Mittel umfaſſendere Grabungen ermöglicht würden. So wurde denn im Jahre 19003 von der ſtädtiſchen Kommiſſion für Kunſt und Kltertumsgegenſtände, dem Verein für das hiſtoriſche Muſeum und dem Verein für Geſchichte und klltertumskunde eine usgrabun gskommiſſion niedergeſetzt. Die genannten drei Gremien ſtellen die Mittel zu den Grabungen zur Verfügung, über deren Ergebniſſe in den wiſſenſchaftlichen Zeitſchriften, namentlich aber in den Veröffentlichungen der beiden genannten Yereine, den Mitteilungen über römiſche Sunde in heddernheim und der neugegründeten Vierteljahrsſchrift Klt⸗ Srankfurt, berichtet wird.
Der Leſer dieſes Schriftchens, das in populärer Form eine Zuſammenfaſſung der wichtigſten Ergebniſſe der Heddernheimer Sorſchungen geben will, dürfte immerhin den Eindruck gewonnen haben, daß doch ſo manches ſchon erreicht worden i*ſt, vor allem aber dürfte er wohl auch die Erkenntnis erlangt haben, daß die un⸗


