Aufsatz 
Nida-Heddernheim : ein populärwissenschaftlicher Führer durch die prähistorischen und römischen Anlagen im "Heidenfelde" bei Heddernheim / von F. Gündel
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14 Die prähiſtoriſche Zeit.

in der Spät⸗Latène⸗Zeit in unſerem Gebiete die Germanen, welche etwa um die Wende des zweiten vorchriſtlichen Jahrhunderts die keltiſche Bevölkerung allmählich nach Weſten zurückdrängten und ſchließlich zur Zeit Cäſars den Rhein überſchritten. Tacitus berichtet, daß Helvetier, alſo Relten, das Land zwiſchen Schwarzwald, Rhein und Main bewohnt hätten, und in Südweſtdeutſchland haben ſich zahlreiche Reſte einer blühenden keltiſchen Kultur auf dem rechten Rheinufer gefunden. Somit müſſen wir auch für unſer Gebiet als die älteſten Bewohner, deren ethnographiſche Zugehörigkeit noch beſtimmbar iſt, die Relten vorausſetzen. Dafür ſpricht u. a. hier auch die Gleichheit des Flußnamens und ſpäteren Stadt⸗ namens Rida, eine Erſcheinung, der man beſonders im keltiſchen Sprachgebiete begegnet. So mag denn wohl auf dem hügel zwiſchen heddernheim und Praunheim, den jetzt die beiden Sriedhöfe bedecken, einſt eine keltiſche Nieder⸗ laſſung, einNidodunum', beſtanden haben.

Später drängten, von Oſten her kommend, die Germanen heran und beſiedelten das Gebiet. Reſte der Spät⸗Latène⸗Kultur, die man als eine germaniſche betrachten muß, fanden ſich vielfach. Es war wohl der Stamm der Chatten, wenigſtens finden wir dieſe als Bewohner unſerer Gegend im 1. Jahrh. nach Chr. Die durch lange Rulturarbeit der bisherigen Bewohner geſteigerte Sruchtbarkeit des(lckerlandes unſerer Gegend lockte ſie gewiß beſonders an. Trichter⸗ förmige Wohngruben übrigens der rt, wie ſie Tacitus in der Germania ſchildert, fanden ſich im Praunheimer Felde ein Stück weſtlich der ſpäteren Römerſtadt.

So lagen die Verhältniſſe, als etwa um den Beginn unſerer Zeitrechnung zum erſten Male die Römer unſere Gegend betraten.